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Lebenslauf bleibt für Recruiter das wichtigste Dokument

Zeichnung: Aus einem Laptop kommt eine Hand, die einen Lebenslauf (CV) hält
Der CV gehört weiterhin für die meisten Unternehmen bei Online-Bewerbungen dazu.
Foto: © Mykyta/Fotolia.de

Der Lebenslauf bleibt für Unternehmen bei Neueinstellungen ein wichtiges und sogar das wichtigste Dokument: 46 der 50 umsatzstärksten Firmen hierzulande fordern bei Bewerbungen den Lebenslauf der Kandidaten ein. Nur die Media-Saturn-Holding GmbH, die ZF Friedrichshafen AG, die Ford-Werke GmbH und die Tennet TSO GmbH machen den Lebenslaufs nicht zur Bedingung. Das geht aus einer Analyse der Recruitment-Plattform Taledo hervor, die den Online-Bewerbungsprozess für IT-Fachkräfte der 50 größten Unternehmen Deutschlands überprüft hat.

Zeugnisse noch seltener gefordert als Anschreiben

Ein Anschreiben macht lediglich ein Drittel der untersuchten Arbeitgeber bei Bewerbungen zur Voraussetzung. Im Recruitingprozess noch seltener gefordert als das Anschreiben sind Zeugnisse: Nur acht der 50 untersuchten Firmen fordern das letzte Abschlusszeugnis, die Vattenfall GmbH, die Schenker AG, Baywa AG, Porsche AG, EnBW AG, Phoenix Pharmahandel GmbH & Co. KG, Lidl und Daimler. Bei weiteren sieben Unternehmen ist die Abgabe des letzten Zeugnisses zwar keine Pflicht, allerdings fordern sie mindestens eine Angabe zum absolvierten Studium.

Nach wie vor alle drei Dokumente – Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse – einreichen müssen Bewerber bei sieben Unternehmen: Daimler, Lidl, Phoenix Pharmahandel, EnBW, Schenker, Vattenfall und Baywa (dort muss eine Datei versandt werden, die alle Dokumente enthält, wobei das Anschreiben vorrangig ist).

Deutsche Post, Bosch und BASF machen Bewerbungen besonders leicht

Am unkompliziertesten sind Bewerbungen bei der Deutschen Post DHL Group, bei der Bosch AG und bei BASF. Bei der Deutschen Post müssen Bewerber lediglich ihren Namen angeben und einen Lebenslauf einreichen. Auch Bosch verlangt ebenfalls nur den Lebenslauf, vorab müssen Jobsuchende ihren Namen und ihren Wohnort nennen. BASF fordert neben dem Lebenslauf Namen und Telefonnummer des Bewerbers.

Die größten Unternehmen hierzulande befänden sich beim Bewerbungsverfahren in einem Reduktionsprozess, wenn auch mit Unterschieden, kommentiert Taledo-Chef Melikshah Ünver die Ergebnisse der Untersuchung. Langwierige Verfahren seien für alle Beteiligten vor allem kostspielig und ineffizient. Insofern lohne es sich, bei der Gestaltung des Recruitingprozesses genau zu bedenken, welche Informationen wirklich notwendig seien.

Eine Übersicht der von den 50 Unternehmen geforderten Bewerbungsunterlagen gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.