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Leicht rückläufige Nachfrage

Im letzten Jahr suchten die Unternehmen etwas weniger häufig nach Freiberuflern. Manche Berufsgruppen sind jedoch noch begehrter geworden. Bild: © styleuneed/Fotolia.de
Im letzten Jahr suchten die Unternehmen etwas weniger häufig nach Freiberuflern. Manche Berufsgruppen sind jedoch noch begehrter geworden. Bild: © styleuneed/Fotolia.de


Von Mai 2015 bis April 2016 gab es in Deutschland über 33.000 Stellenausschreibungen für eine freiberufliche Tätigkeit, das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der nach Freelancern suchenden Unternehmen ist in den vergangenen zwölf Monaten sogar um 15 Prozent zurückgegangen und lag bei noch 4.415 Firmen. Im April 2016 wurden knapp 3.400 Jobangebote für Freiberufler veröffentlicht. Das geht aus dem aktuellen Adecco Stellenindex hervor. Für den Index wertet > Adecco monatlich die Stellenangebote aus 166 Printmedien und 32 Online-Jobbörsen aus. Aus dem Rückgang der Stellenangebote schließt Adecco, dass die Unternehmen, die Freelancer-Tätigkeiten anbieten, zunehmend weniger die klassischen Jobkanäle zu nutzen scheinen und auf spezialisierte Jobbörsen ausweichen.

Mehr Jobangebote für ITler

Die meisten Freiberufler, knapp ein Viertel, wurden im Laufe der letzten zwölf Monate im IT-Bereich gesucht. Die Zahl der Job-Angebote für Informatiker ist gegenüber dem Vorjahr sogar um zwölf Prozent gestiegen. Auf dem zweiten Platz folgen technische Berufe mit 15 Prozent. Hier hat die Nachfrage um vier Prozent zugenommen. Das Angebot im Bereich Organisation und Projektmanagement blieb konstant bei zwölf Prozent. Jeweils ein Zehntel der gesuchten Freiberufler wurden für Tätigkeiten im Rechts-, Steuer- und Finanzwesen sowie im Vertrieb und Verkauf gesucht.

Softwareentwickler und SAP-Spezialisten am gefragtesten

Gemessen am Gesamtangebot pro Berufsgruppe ist der Freelancer-Anteil im IT-Bereich am höchsten und liegt mit 2,3 Prozent doppelt so hoch wie im Durchschnitt über alle Berufsfelder. Mit 3.500 Stellenausschreibungen wurden besonders häufig Softwareentwickler gesucht, gefolgt von SAP-Spezialisten mit 1.000 Angeboten. Die Berufsgruppe Marketing, PR, Werbung und Design bietet mit 2,2 Prozent ebenfalls einen überdurchschnittlichen Anteil an Freelancer-Jobs. Vor allem freiberufliche Designer und Grafiker, aber auch Interviewer für Markt- und Sozialforschungsprojekte, Redakteure sowie Texter wurden gesucht.

Häufigste Suche über Personaldienstleister

Die Mehrheit der Freelancer-Jobs, 18.900 Stellen, wurde von Personalvermittlungs- und Zeitarbeitsfirmen angeboten. Gut 3.500 Jobs wurden direkt von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistern ausgeschrieben, von der Informations- und Kommunikationsbranche stammen fast 3.400 Angebote. Handel, Banken und Versicherungen suchten 1.900 Freiberufler, das Gastgewerbe gut 1.600.

Mehr als die Hälfte der Firmen legt Wert auf Berufserfahrung

In drei von fünf ausgeschriebenen freiberuflichen Positionen ist Berufserfahrung eine Voraussetzung. Nur ein Drittel der Jobangebote für freie Mitarbeiter richtet sich explizit an Akademiker. Wichtiger als Abschlusszeugnisse sind zum Beispiel bei IT-Freelancern Kenntnisse in verschiedenen Programmiersprachen. Die gefragtesten darunter sind nach wie vor Java sowie C++, C# und PHP.

Nachfrage vor allem in den Metropolen

Mehr als ein Drittel aller offenen Stellen für Freelancer entfallen auf die zehn einwohnerstärksten Städte Deutschlands. In Berlin mit acht Prozent aller Angebote sowie in München und Hamburg mit jeweils sieben Prozent werden die meisten Freiberufler gesucht. In Hamburg und Berlin ist auch der Anteil an Freelancer-Jobs am gesamten regionalen Stellenangebot pro Stadt mit je 1,4 Prozent am höchsten.