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Leichte Verschiebungen bei europäischen Wunscharbeitgebern

Wohin nach dem Studium? Google bleibt auch 2016 der beliebteste Arbeitgeber bei Absolventen.
Foto: © vectorfusionart/Fotolia.de
Wohin nach dem Studium? Google bleibt auch 2016 der beliebteste Arbeitgeber bei Absolventen.
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Google kann Platz eins in der Beliebtheit europäischer Studenten halten. Dagegen büßte VW seinen zweiten Platz aus dem Vorjahr ein, den nun Microsoft einnimmt, und kam auf den dritten Rang. Auf die Plätze vier bis zehn der Wunscharbeitgeber schafften es Apple, BMW, Airbus, IBM, Siemens, Bosch und Intel. Das zeigt das Trendence Graduate Barometer 2016. Für die Studie wurden von September 2015 bis Februar 2016 über 300.000 Absolventen aus Wirtschafts- sowie Ingenieurs- und IT-Studiengängen von mehr als 930 Hochschulen in 24 europäischen Ländern befragt.

IT-Branche wird beliebter

Die Befragungsergebnisse dieses Jahres zeigen den Trend auf, dass es Absolventen aller Fachrichtungen für den ersten Job stärker in die IT-Branche zieht als bisher. Der US-amerikanische Soft- und Hardwarehersteller Microsoft stieg in der Gunst der Techniker von Rang drei auf Rang zwei und bei den Wirtschaftswissenschaftlern vom zehnten auf den sechsten Platz. Im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber der Techniker befinden sich mit Google, Microsoft, Apple und IBM insgesamt vier IT-Unternehmen in den Top Ten.

Weniger Bewerber bei den Big Four der Wirtschaftsprüfungen

Bei den Wirtschaftswissenschaftlern schafften es die Big Four der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zwar wieder unter die ersten zehn der beliebtesten Arbeitgeber, doch entschieden sich dieses Jahr weniger Absolventen für einen Einstieg bei diesen Firmen als im letzten Jahr. EY und KPMG verloren jeweils über zwölf Prozent ihrer potenziellen Bewerber. PwC auf Platz fünf ist erstmals seit 2011 wieder beliebtester Arbeitgeber der Branche vor EY auf Platz sieben. Deloitte, nun auf dem achten Rang, überholte KPMG, diesmal auf Rang zehn. Die klassischen Wirtschaftsberatungen wie McKinsey und BCG wurden als Einstiegsmöglichkeiten beliebter, nicht nur bei den Wirtschaftswissenschaftlern, sondern auch bei Ingenieuren und Informatikern.

Bestplatzierte deutsche Firmen verlieren an Attraktivität

In diesem Jahr haben die fünf bestplatzierten deutschen Unternehmen – Volkswagen, BMW, Siemens, Bosch und Bayer – in der Gunst der europäischen Absolventen verloren, besonders bei den Technikern. Laut Trendence ist dies eine Folge von “Dieselgate”. Andere deutsche Unternehmen entwickelten sich hingegen positiv: Lidl beispielsweise stieg im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber Europas von Platz 68 auf 57. Der Discounter landete in Irland sogar auf Platz zwei der beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler. Aldi und der französische Händler Carrefour folgen erst mit großem Abstand, sie befinden sich gemeinsam auf Rang 90.

Deutsche Wirtschaftswissenschaftler sind Gründermuffel Europas

Aus der Studie geht hervor, dass rund ein Viertel der europäischen Absolventen nach dem Studium keinen Berufseinstieg als Angestellter sucht, sondern ein Start-up gründen will. Die meisten von ihnen kommen aus Osteuropa. Die deutschen Wirtschaftswissenschaftler hingegen belegen den letzten Platz im Ranking der gründungswilligen Absolventen. Bei den Ingenieuren und Informatikern sieht es nur etwas besser aus, hier kommen die Deutschen auf Rang 18 von 24 Ländern.

Weibliche Absolventen haben bescheidenere Gehaltsansprüche

Im Rahmen der Studie wurden die Absolventen auch nach ihren Gehaltsforderungen für den Einstiegsjob gefragt. Das Ergebnis: Die europäischen Wirtschaftsstudentinnen verlangen im Schnitt ein Viertel weniger Gehalt als die Studenten. Damit legen sie schon beim Jobeinstieg den Grundstein für die Gender Pay Gap. Am ausgeglichensten sind die Gehaltswünsche in Irland und Großbritannien. Die Türkei kommt mit Rang drei nicht gut weg, aber auch Deutschland steht mit dem zehnten von 24 Plätzen nicht besonders gut da. Die Wirtschaftsstudentinnen hierzulande verlangen immerhin 13,2 Prozent weniger Gehalt als ihre Kommilitonen. Die Technikerinnen in Europa geben sich mit 20,6 Prozent weniger Gehalt zufrieden als die Techniker. Deutschland liegt mit einer Differenz von 8,7 Prozent auf Rang sechs.

Übersichten über die kompletten Rankings gibt es > hier.