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Lieber Fachexperte als Chef

Ein interessantes Stellenangebot? Gut jeder dritte junge IT-Experte würde für einen guten Job auch den Ort wechseln.
Foto: © tashatuvango/Fotolia.de
Ein interessantes Stellenangebot? Gut jeder dritte junge IT-Experte würde für einen guten Job auch den Ort wechseln.
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Angehende IT-Experten haben ganz andere Erwartungen an ihren Berufseinstieg als ihre Altersgenossen aus anderen Berufsfeldern. Sie sind eher an der Entwicklung ihrer Fachkompetenz interessiert als an einer steilen Karriere und werden damit ihrem Nerd-Image weiterhin gerecht. Allerdings sind sie für einen interessanten Job inzwischen mobiler als noch im Vorjahr.

IT-Nachwuchskräfte sind sehr selbstbewusst: Neun von zehn IT-Berufsanfängern schätzen ihre Chancen auf eine passende Stelle als mindestens gut ein, 35 Prozent sogar als sehr gut. Allerdings ist lediglich jeder Fünfte (21 Prozent) mittelfristig daran interessiert, Führungsaufgaben zu übernehmen. Stattdessen haben die IT-Berufsstarter klare Vorstellungen, was ihre fachliche Entwicklung angeht. So sucht die Mehrheit von ihnen (62 Prozent) Arbeitgeber, die ihnen eine gute fachliche Entwicklung ermöglichen.

Vergütung bei den Anforderungen auf Platz zwei

Neben den fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten erwarten die IT-Spezialisten vor allem eine ansprechende Vergütung (61 Prozent), flexible Arbeitszeitmodelle (55 Prozent) und ein unbefristetes Anstellungsverhältnis (51 Prozent). Das sind Ergebnisse der Studie “get started 2016” der HTWK Leipzig und get in IT. Dafür wurden im Juli und August dieses Jahres 1050 Teilnehmer befragt. 42 Prozent von ihnen waren Studierende im Bereich IT und 58 Prozent waren IT-Berufsstarter mit erster Berufserfahrung.

Im Vergleich zur letztjährigen Studie stieg die Anforderung an den Arbeitgeber, familiäre Belange in den Arbeitgeberleistungen zu berücksichtigen, von 16 auf 23 Prozent. Dagegen ging die Erwartung, einen attraktiven Arbeitsstandort vorzufinden, von 40 auf 27 Prozent zurück.

Gründliche Einarbeitung gewünscht

Die Orientierung an der fachlichen Ausrichtung ihres Jobs spiegelt sich bei IT-Einsteigern auch in ihrer Erwartung an die Startphase im neuen Job wieder. Demnach erwarten 38 Prozent der befragten Absolventen eine gezielte fachliche Einarbeitung und weitere 27 Prozent einen erfahrenen Mentor an ihrer Seite, der ihnen zu Beginn ihrer Karriere mit Rat und Tat zur Seite steht. Eigenverantwortliche Projekte erhoffen sich dagegen zu Beginn ihres Berufslebens nur acht Prozent.

Künftige IT-Fachkräfte springen nicht gerne ins kalte Wasser. Arbeitgeber, die diese gefragten Spezialisten überzeugen möchten, sollten ihr Augenmerk also immer auf eine umfassende Betreuung der Berufseinsteiger richten,

empfiehlt Peter M. Wald, Professor für Personalmanagement an der HTWK Leipzig, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat.

Mehr als jeder Dritte würde für den Traumjob umziehen

Wenn eine Arbeitsstelle ihren Vorstellungen entspricht, zeigen sich die jungen ITler sehr mobil. So würde jeder zweite von ihnen eine Stunde und mehr zu ihrem Arbeitsplatz pendeln. 29 Prozent nähmen für die passende Arbeitsstelle eine bis zu 90-minütige Pendelstrecke in Kauf, 20 Prozent sogar eine maximal zweistündige. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) wäre bereit, den gegenwärtigen Wohnort sofort für den passenden Job zu verlassen. Auch längere Reisetätigkeiten stellen für einen Großteil der IT-Berufsanfänger kein Problem dar. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) akzeptiert bereitwillig wechselnde Projekteinsätze, die Hotelübernachtungen erfordern. 23 Prozent sind sogar bereit, berufliche Einsätze über mehrere Monate außerhalb Deutschlands zu akzeptieren, sofern dies Bestandteil ihres Jobs ist.

Die komplette Studie kann > hier zum Download angefordert werden.