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Lieber Kollege als Chef

Sich mit den Kollegen gut zu verstehen, ist Absolventen wichtiger als Karriereperspektiven.
Foto: © georgerudy/Fotolia.de
Sich mit den Kollegen gut zu verstehen, ist Absolventen wichtiger als Karriereperspektiven.
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59 Prozent der Absolventen in Deutschland wünschen sich an ihrer ersten Arbeitsstelle vor allem eine kollegiale Arbeitsatmosphäre. Knapp dahinter folgt als zweitwichtigstes Kriterium eine ausgewogene Work-Life-Balance (57 Prozent). Karriereperspektiven stehen mit 50 Prozent auf Platz drei der Erwartungen an den ersten Job.

Bei einigen der nachfolgenden Kriterien gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. So ist das Gehalt für 54 Prozent der Männer, aber nur für 44 Prozent der Frauen eine der Top-Prioritäten. Die Internationalität einer Aufgabe hingegen gewichten weibliche Absolventen mit 39 Prozent stärker als ihre männlichen Kollegen mit 29 Prozent. Ebenso ist für Frauen die Qualität des Führungsstils in einer Organisation (32 Prozent) wichtiger als für Männer (23 Prozent). Das sind Ergebnisse der “Absolventenstudie 2016” von > Kienbaum Communications und Westpress. Befragt wurden 340 Absolventen verschiedener Fachrichtungen.

Kaum Interesse an Führungsaufgaben

Insgesamt ging aus der Befragung hervor, dass den Absolventen hierzulande anspruchsvolle Aufgaben und die persönliche Weiterentwicklung deutlich wichtiger sind als ein hoher Lebensstil, sich mit Kollegen zu messen oder Einfluss auf andere ausüben zu können. Für die Studienautoren überraschend war, dass am Ende der Wunschliste der Standort in einer Großstadt (acht Prozent), soziales Engagement des Unternehmens und die Größe der Organisation (je neun Prozent) stehen.

Jeder Fünfte möchte in den HR-Bereich

Auf die Frage, wie sie sich den Einstieg ins Berufsleben vorstellen, antwortete knapp die Hälfte (49 Prozent), am liebsten direkt in den ersten Job einsteigen zu wollen. 41 Prozent bevorzugen Traineeprogramme und lediglich elf Prozent möchten zuerst ein Praktikum absolvieren. Der am häufigsten angestrebte Einstiegsbereich ist das Projektmanagement; 48 Prozent möchten dort arbeiten. 30 Prozent wollen im Marketing tätig sein. Die Personalabteilung liegt mit 22 Prozent im Mittelfeld. Am Ende der Skala finden sich der Kundendienst mit fünf Prozent und die Rechtsabteilung mit drei Prozent.

Jobbörsen bei Stellenanzeigen am beliebtesten

Um sich über mögliche Arbeitgeber zu informieren, nutzen Absolventen verschiedene Quellen, je nach Thema mit anderer Gewichtung. Geht es um das Stellenangebot selbst, informieren sich 62 Prozent in Jobbörsen, 40 Prozent auf Unternehmenswebseiten, 31 Prozent in Tageszeitungen und 29 Prozent auf Hochschulbewerbermessen. Die wichtigsten Informationen, die sich Absolvent in einer Stellenanzeige wünschen, sind die Aufgabenbeschreibung, das Gehalt und die Anforderungen an die Qualifikationen des Bewerbers.

Infoquellen: Von Unternehmens-Websites bis zu Erfahrungsberichten

Wenn sich potenzielle Bewerber über eine Firma informieren, steht die Webseite des Unternehmens mit 38 Prozent an erster Stelle. Broschüren und Flyer des Unternehmens folgen als Informationsquelle mit 37 Prozent, Hochschulbewerbermessen mit 31 Prozent, Suchmaschinen mit 28 Prozent und Berichte in Zeitungen mit 24 Prozent. Geht es um die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima, setzen die meisten auf Erfahrungsberichte. Darauf folgen Informationen von Mitarbeitern des Zielunternehmens, Arbeitgeberbewertungsportale und Suchmaschinen.

Personalisierte Ansprache bevorzugt

Was die Bewerbung direkt betrifft, wünschen sich die Absolventen insbesondere eine direkte und personalisierte Ansprache, einen Bewerbungsprozess ohne Registrierungsvorgang und elektronische Bewerbungsverfahren. Angesprochen werden möchten die jungen Menschen bevorzugt über Business-Netzwerke, direkt per E-Mail und Online-Medien oder eine App. Für die Zukunft wünschen sich die Absolventen unter anderem, dass die Ansprachemedien aktuell sind, ein Jobangebot übersichtlich und klar strukturiert vermitteln sowie Dialogmöglichkeiten anbieten und dass die ausschreibenden Unternehmen schnell reagieren.