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Mehr Schein als Sein?

Online-Profile: Realistisch oder Maskerade? Bild: © alphaspirit / Fotolia.de
Online-Profile: Realistisch oder Maskerade? Bild: © alphaspirit / Fotolia.de

Nicht nur bei Facebook und Co., auch auf Karriereplattformen können sich die Mitglieder so präsentieren, wie sie es für richtig halten. Beschönigungen sind da kaum auszuschließen. Ob die Profile realistisch oder eher idealisiert sind, hat eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Wissensmedien in Tübingen untersucht.

Präsentieren sich Personen in beruflichen Netzwerken so, wie sie sind, oder eher so, wie sie sein möchten? Um das herauszufinden, sollten ausgewählte Xing-Nutzer etablierte Persönlichkeitsfragebögen ausfüllen. Darin wurde unter anderem abgefragt, wie sie sich selbst einschätzen, aber auch, wie sie sich gerne sehen würden.

Berufliche Netzwerke sind für Arbeitgeber relevant

Die Online-Profile wurden darüber hinaus unabhängigen Gutachtern vorgelegt, die aufgrund der Informationen die Persönlichkeitsmerkmale der Profilbesitzer einschätzen sollten. Kriterien waren beispielsweise ihre Extraversion, ihre Gewissenhaftigkeit, ihre Offenheit und ihre Neigung zu Neurosen.

Überraschenderweise zeigte sich, dass diese Fremdeinschätzungen hoch mit den realistischen Selbstzuschreibungen korrelierten, nicht aber mit den idealisierten,

schreibt die Arbeitsgruppe des Leibniz-Instituts für Wissensmedien. Die Studie belege empirisch, dass sich Nutzer auf Xing realistisch präsentierten. Für Arbeitgeber seien berufliche Netzwerke damit ein “aussagekräftiges Mittel”, um die Persönlichkeit von Kandidaten einschätzen zu können.

Nutzer stellen sich realistisch dar

Warum die Nutzer offensichtlich der Verlockung widerstehen, der Realität ein wenig auf die Sprünge zu helfen, erklärt Professor Dr. Ulrike Cress so: Nutzer von beruflichen Netzwerken wüssten, dass auch ihre Bekannten ihre Profile lesen. “Das führt wohl dazu, dass sie in ihrer Selbstdarstellung realistisch bleiben müssen.” Sie präsentierten sich also nicht nur für Unbekannte, denen sie etwas vorgaukeln können, sondern “sie wissen, dass ihre Selbstpräsentationen auch von Personen gelesen werden, die mehr über sie wissen”.

Die Studie mit dem Titel “Self-presentation in professional networks” ist in der Zeitschrift “Computers in Human Behavior” erschienen.

Quelle: www.personalpraxis24.de/ds