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Mehr Teilzeit und Leiharbeit, weniger Mini-Jobs

Teilzeitjobs machen den größten Teil atypischer Beschäftigung aus.
Bild (CCO): pexels.com
Teilzeitjobs machen den größten Teil atypischer Beschäftigung aus.
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Der Anteil von Teilzeitstellen, Leiharbeit und Minijobs an der Gesamtbeschäftigung ist im letzten Jahr erneut etwas gestiegen und befand sich auf dem höchsten Stand seit 13 Jahren. 2016 waren rund 39,6 Prozent aller abhängigen Hauptbeschäftigungsverhältnisse (ohne Beamte und Selbständige) atypische Jobs; 2015 lag die Quote bei 39,3 Prozent. Vor allem die Zahl der Teilzeit- und Leiharbeiter hat weiter zugenommen. Dagegen ist die Zahl der Minijobber im Haupterwerb um etwa 46 000 Beschäftigte zurückgegangen und lag bei 5,14 Millionen. Das zeigt die aktuelle Datenbank “Atypische Beschäftigung” des WSI, einem Institut der Hans-Böckler-Stiftung. Die Datenbank beruht auf Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Fast jeder Vierte arbeitet in Teilzeit

Arbeitnehmer in Teilzeit machen den größten Anteil der atypisch Beschäftigten aus. Den WSI-Daten zufolge arbeitete 2016 fast ein Viertel (23 Prozent) aller abhängig Beschäftigten in Teilzeitjobs. Bei Teilzeitarbeitnehmern sind Stundenlöhne unter der Niedriglohngrenze von 9,75 Euro brutto mit einem Anteil von gut 28 Prozent weit verbreitet, während diese Quote bei Vollzeitbeschäftigten nur elf Prozent beträgt, wie neueste Zahlen aus dem Sozio-ökonomischen Panel für 2015 zeigen. Außerdem entspricht der Umfang der Teilzeitarbeit laut WSI in vielen Fällen nicht den tatsächlichen Arbeitszeitwünschen der Menschen.

Einen Minijob als Hauptverdienst hatten im vergangenen Jahr 14,1 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande. Bei den geringfügig entlohnten Beschäftigten, die die Mehrheit dieser Gruppe bilden, beträgt der Niedriglohnanteil laut WSI gut 70 Prozent. Der Anteil der Leiharbeiter an den abhängig Beschäftigten lag 2016 bei 2,6 Prozent. Hier waren laut dem Sozio-ökonomischen Panel des Vorjahrs 46 Prozent von niedrigen Löhnen betroffen.

Atypische Arbeitsverhältnisse vor allem in westlichen Flächenländern

Atypische Beschäftigung ist am stärksten in den westdeutschen Flächenländern verbreitet. In Schleswig-Holstein ist der Anteil mit 43,3 Prozent am höchsten, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 42,6 Prozent und Niedersachsen mit 42,1 Prozent. In manchen westdeutschen Städten und Landkreisen liegt die Quote sogar bei mehr als 50 Prozent. Die höchsten Anteile weisen Delmenhorst mit 55,9 Prozent sowie die Kreise Kusel (51,6 Prozent) und Plön (50,9 Prozent) auf. Insgesamt beträgt die Quote der atypischen Beschäftigung im Westen 39,9 Prozent, im Osten fällt sie um etwa ein Prozent geringer aus.