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Viele Fachkräfte mit Berufsausbildung sind bereit für einen Quereinstieg

Offen für neuen Job
Fast jeder zweite Mitarbeiter mit Berufsausbildung ist offen für eine neue Stelle.
Foto: © Martin Rettenberger-stock.adobe.com

Viele Fachkräfte ohne Hochschulabschluss sind bereit, ihren Job zu wechseln und einen Quereinsteig zu wagen. Das geht aus einer aktuellen Studie im Auftrag des Portals meinestadt.de hervor, an der 2.000 Fachkräfte mit Berufsausbildung teilnahmen.

Jeder zweite nichtakademische Mitarbeiter offen für neuen Job

Knapp jede zweite befragte Fachkraft hierzulande (47 Prozent) ist zwar aktuell nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Stelle, beobachtet aber den Markt und wäre wechselbereit, falls ein Angebot käme, das einen besseren Job verspricht. Um sich auf dem Laufenden zu halten, setzen diese latent wechselbereiten Arbeitnehmenden mit Berufsausbildung vor allem auf drei Maßnahmen: Jobbörsen-Newsletter abonnieren, ein eigenes Profil in Jobportalen anlegen sowie in Online-Businessnetzwerken präsent sein.

Vorgesetzte häufigster Grund für Kündigung

Etwas mehr als die Hälfte der Studienteilnehmenden hat schon mindestens dreimal den Arbeitgeber gewechselt. Als Kündigungsgrund nannten die meisten Befragten die Vorgesetzten. Zwar sagt jede dritte nichtakademische Fachkraft, derzeit mit dem aktuellen Arbeitgeber sehr zufrieden zu sein, doch immerhin jede Fünfte ist nicht zufrieden. Relevant für Unternehmen ist es auch, dass zwei Drittel der Fachkräfte (67,2 Prozent) davon überzeugt sind, sich aufgrund der eigenen Qualifikation und Erfahrung eine neue Stelle aussuchen zu können – die meisten Beschäftigten sind also recht selbstbewusst und zuversichtlich, dass die Umorientierung klappen würde.

Vier von zehn Fachkräften haben Erfahrung als Quereinsteiger

Vier von zehn Befragten (41,5 Prozent) gaben außerdem an, dass sie im Laufe ihres bisherigen Berufslebens schon in ein neues Betätigungsfeld, einen Beruf oder eine Branche gewechselt sind, für die sie keine Ausbildung absolviert hatten. Die Bandbreite der Quereinstiege ist vielfältig: Bei den Befragten ging es unter anderem vom Hotel in die Dentalklinik, von der Gas-/Wasserinstallation in den Baumarkt oder von der Schweißwerkstatt ins IT-Gebäude.

Von den 58,5 Prozent, die noch keine Erfahrungen als Quereinsteiger haben, kann sich dies jeder oder jede zweite für die Zukunft vorstellen. Die große Mehrheit derjenigen, die diese Erfahrung bereits gemacht haben, bewertet den Wechsel in ein anderes Tätigkeitsfeld im Rückblick als richtige Entscheidung: Neun von zehn Quereinsteigern geben dies an.

Mitarbeitende weniger loyal als früher

Laut der Studie ist die Zeit der “Arbeitgeber fürs Leben” vorbei, das gelte auch für die nichtakademischen Fachkräfte. Mark Hoffmann, CEO von meinestadt.de, interpretiert die Befragungsergebnisse dahingehend, dass der Arbeitsmarkt nach der Corona-Krise noch dynamischer wird. Daraus ergäben sich für Unternehmen sowohl Rekrutierungschancen als auch Bindungsrisiken. Hoffmann empfiehlt Arbeitgebern, bei der Personalgewinnung auch ungewohnte Wege zu gehen und in Stellenanzeigen gezielt potenzielle Quereinsteiger aus Nachbarbranchen anzusprechen.

Das Whitepaper zur Studie “Wechseln oder bleiben”, das auch einige Tipps für Arbeitgeber enthält, kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.