Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Persönliche Kontakte wichtiger als Jobinserate

“Bei uns wird eine Stelle frei” oder “Ich kenne da jemanden, der geeignet ist” – Netzwerke spielen bei der Rekrutierung die wichigste Rolle. Foto: © Jeanette Dietl/Fotolia.de

Allerdings kommt es dabei auf das Qualifikationsniveau des Jobs an.

Im vierten Quartal 2015 gab es 1,038 Millionen offene Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt, 158.000 mehr als im dritten Quartal und 58.000 mehr als vor einem Jahr. In Westdeutschland suchten die Unternehmen 810.000 Mitarbeiter, in Ostdeutschland 228.000.

Fast jede dritte Stelle über Mitarbeiterempfehlungen besetzt

Die meisten Neueinstellungen – 30 Prozent – kommen zustande, indem Unternehmen persönliche Kontakte und die Empfehlung eigener Mitarbeiter nutzen. Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften bringen Arbeitgeber und neue Mitarbeiter bei 15 Prozent der Neueinstellungen zusammen. Die Dienste der Bundesagentur für Arbeit (BA) einschließlich ihrer Internetangebote führen zu 14 Prozent der Neueinstellungen.

Zwölf Prozent der Stellen werden über andere Internet-Jobbörsen als die der Bundesagentur für Arbeit besetzt, elf Prozent über Stellenangebote auf den eigenen Internetseiten der Arbeitgeber, zehn Prozent über Initiativbewerbungen oder Bewerberlisten. Andere Besetzungswege spielen dagegen eine vergleichsweise kleine Rolle. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle repräsentative IAB-Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Bei Akademikern sind Internet-Jobbörsen am erfolgreichsten

Die Erhebung ging auch der Frage nach, ob sich die Suchkanäle je nach Qualifikationsanforderung der zu besetzenden Stelle unterscheiden. Dabei zeigte sich, dass Akademiker am häufigsten über Internet-Jobbörsen eingestellt werden; bei ihnen stehen die persönlichen Kontakte erst an zweiter Stelle. Bei gesuchten Mitarbeitern mit mittlerer Qualifikation sind persönliche Kontakte und die klassischen Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften die dominierenden Besetzungswege. Bei ungelernten Arbeitskräften folgt nach den persönlichen Kontakten der Weg über die BA.

Höhere Qualifizierung verlängert den Suchprozess

Bis eine Stelle tatsächlich besetzt ist, dauert es durchschnittlich 85 Tage. War die Rekrutierungsdauer im Westen in früheren Jahren kürzer als im Osten, nimmt sie jetzt wieder genauso viel Zeit in Anspruch.„Je höher die geforderte Qualifikation des gesuchten Mitarbeiters ist, umso länger ist der Rekrutierungsprozess. Vom Beginn der Suche bis zur tatsächlichen Arbeitsaufnahme vergehen bei Ungelernten im Schnitt 53 Tage, während die Besetzung einer Akademikerposition durchschnittlich 107 Tage dauert.

Für die Stellenerhebung untersucht das IAB viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im vierten Quartal 2015 wurden Antworten von 13.000 Arbeitgebern ausgewertet.

Ein Kurzbericht mit den Ergebnissen zu den Besetzungswegen ist > hier abrufbar.

Themen