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Personalberater weiterhin optimistisch

Die deutsche Personalberatungsbranche rechnet auch dieses Jahr mit vollen Auftragsbüchern durch Suchaufträge. 
Foto: © fotografiedk/Fotolia.de
Die deutsche Personalberatungsbranche rechnet auch dieses Jahr mit vollen Auftragsbüchern durch Suchaufträge.
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Den deutschen Personalberatern geht es gut. Der Arbeitsmarkt und positive konjunkturelle Rahmenbedingungen haben der Branche 2015 höhere Umsätze beschert. Auch für dieses Jahr sind die Dienstleister optimistisch. Allerdings befindet sich die Personalberaterbranche nach eigener Aussage im Wandel: Die Spreu trennt sich vom Weizen.

2015 arbeiteten hierzulande rund 6.600
Personalberater in 2.000 Beratungsunternehmen. Insgesamt waren in der
Branche etwas mehr als 13.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Gesamtumsatz
stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.
Durch die Unterstützung der Recruitingdienstleister konnten Unternehmen
rund 57.400 Stellen für Führungskräfte und Spezialisten neu besetzen.

Kandidaten für Vertriebs- und Marketingpositionen besonders gesucht

Die
beauftragenden Unternehmen suchten 2015 am häufigsten Führungskräfte
und Spezialisten für Vakanzen in Marketing und Vertrieb. An zweiter
Stelle standen zu besetzende Positionen auf der obersten Managementebene
und in der Unternehmensleitung. Außerdem stark nachgefragt wurden
IT-Kräfte. Das sind Ergebnisse der Marktstudie “Personalberatung in
Deutschland 2015/2016” des > Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU).
Dafür wurden im März und April 307 Personalberatungen befragt,
ausschließlich Marktteilnehmer mit einem überwiegenden Anteil an der
Suche und Auswahl von Personal.

Nachfrage vor allem aus Maschinenbau und Konsumgüterindustrie

Die
Branchen Maschinenbau und Konsumgüterindustrie, die mit jeweils 13,3
Prozent den höchsten Marktanteil am Umsatz der Personalberatungsbranche
ausmachten, hatten einen besonders hohen Bedarf an Führungskräften und
Spezialisten. Im Maschinenbau verzeichnete die Beraterbranche ein
Umsatzwachstum von 8,8 Prozent, in der Konsumgüterindustrie von 8,2
Prozent. Die TIMES-Branche (Telekommunikation, Informationstechnologie,
Medien und Entertainment und Sport) brachte mit 10,6 den drittstärksten
Anteil am Gesamtumsatz, hier stieg der Umsatz um 8,3 Prozent.

Prognose für 2016: 8,4 Prozent Umsatzwachstum

Für
2016 haben 70 bis 78 Prozent der befragten Personalberatungen eine
positive Umsatzprognose abgegeben. Die Branche erwartet durchgängig
Geschäftsimpulse aus dem Verarbeitenden Gewerbe, das mit einem Anteil
von knapp 46 Prozent am Gesamtumsatz den Bereich mit der stärksten
Nachfrage ausmacht. Vor allem in den Branchen Maschinenbau (plus 9,6
Prozent) sowie Chemie/Pharma (plus 8,7 Prozent) sollen dieses Jahr nach
Aussage der Studienteilnehmer vermehrt Suchaufträge vergeben werden. Im
Healthcare-Bereich liegt die Zuwachsprognose bei 9,9 Prozent,
Professional Services erwarten 9,7 Prozent mehr und der Fahrzeugbau
rechnet mit einem Plus von 8,1 Prozent. Insgesamt ergibt sich für die
Personalberatungsbranche eine Wachstumsprognose von 8,4 Prozent.

Personalsuchanzeigen allein haben ausgedient

Jede
zweite Position wurde im Jahr 2015 durch die kombinierte Suche der
Personalberater über die Direktansprache, Anzeigensuche sowie die
Nutzung von Social Media-Kanälen und Datenbanken besetzt; 2014 lag der
Anteil noch bei 43 Prozent. Laut Wolfram Tröger, Vorsitzender
BDU-Fachverband Personalberatung, sind diese verknüpften
Identifizierungs- und Ansprachemöglichkeiten besonders bei der Suche
nach Spezialisten und Kandidaten unterer Managementebenen nicht mehr
wegzudenken. Der alleinige Einsatz von Personalsuchanzeigen spielt in
der Berufspraxis der Personalberater kaum noch eine Rolle: Nur noch vier
Prozent der Stellenbesetzungen erfolgten über diese Suchmethode.
Außerdem ist die große Mehrheit der Personalberater der Ansicht, dass
eine qualitativ hochwertige Kandidatenpflege immer wichtiger wird.

Spaltung: aufwendig versus schnell und günstig

Gleichzeitig
befindet sich die Personalberatungsbranche aber im Wandel. 84 Prozent
der Befragten stimmen zu, dass sich der Markt immer deutlicher
unterteilt in Qualitätsanbieter, die mit vielfältigen Suchmethoden und
ausgefeilten Beurteilungsmethoden das passende Personal für Unternehmen
suchen und gewinnen, und solche Personaldienstleister, die schnell und
preisgünstig über Datenbanken suchen und lediglich einen
statusorientierten Abgleich zwischen Kandidatenprofil und aktuellem
Stellenprofil durchführen.