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Personalnachfrage steigt weiter

Die Zahl der unbesetzten Stellen in der Gesundheitsbranche nimmt weiter zu. Pflegepersonal wird am stärksten nachgefragt.
Foto: © DOC RABE Media/Fotolia.de
Die Zahl der unbesetzten Stellen in der Gesundheitsbranche nimmt weiter zu. Pflegepersonal wird am stärksten nachgefragt.
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Die Gesundheitsbranche schrieb von Juli 2015 bis Juli 2016 fünf Prozent aller offenen Stellen hierzulande aus. Im Juli dieses Jahres wurde mit 13 800 Angeboten sogar gut ein Drittel mehr Stellen veröffentlicht als im Vorjahresmonat. Das zeigt der aktuelle Adecco Stellenindex, mit dem > Adecco monatlich die Stellenangebote aus 166 Printmedien und 32 Online-Jobbörsen in Deutschland auswertet.

Pflegekräfte am meisten gesucht

Die zunehmende Personalnachfrage im Gesundheitswesen erstreckt sich auf fast alle Berufe der Branche. Am meisten gefragt sind jedoch Pflegefachkräfte, für sie stieg die Zahl der Jobangebote mit 17 Prozent besonders stark an. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Inserate der Gesundheitsbranche richtete sich an diese Zielgruppe. In rund 14 200 Stellenanzeigen wurden Gesundheits- und Krankenpfleger gesucht. Für andere Pflegefachkräfte, unter anderem Altenpfleger, gab es insgesamt 20 600 offene Stellen.

Jobangebote für Ärzte an zweiter Stelle

Am zweithäufigsten gesucht wurden Ärzte. An sie richteten sich 17 Prozent der Stellenanzeigen im Gesundheitswesen, die Nachfrage stieg jedoch nur um sechs Prozent. 7150 Jobs waren für Fachärzte ausgeschrieben, 6700 für Assistenzärzte, 5600 für Oberärzte und knapp 2000 für Chefärzte. Gefragte Fachgebiete waren insbesondere Chirurgie, Urologie, Neurologie, Kinder- und Jugendmedizin sowie Frauenheilkunde.

Für medizinische Fachangestellte waren in den vergangenen zwölf Monaten 19 660 Stellen ausgeschrieben. Darüber hinaus suchte die Gesundheitsbranche 3700 Physiotherapeuten, 2000 Ergotherapeuten und 1400 Hebammen, für letztere gab es jedoch neun Prozent weniger Stellenausschreibungen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Arbeitgeber im Gesundheitswesen suchten außerdem nicht-branchespezifische Fachkräfte, darunter 5000 Rechts- und Finanzexperten, 2600 IT-Spezialisten, 1200 Empfangsmitarbeiter und 700 Büromanager.

Ärztemangel in Bremen, Berlin sucht dringend Pflegepersonal

Die Untersuchung nach Regionen zeigt, dass es in den wirtschaftlich stärksten Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die meisten Stellenausschreibungen gab, allerdings machen sie dort nur vier bis fünf Prozent des regionalen Jobangebots aus. Einen höheren Anteil der Gesundheitsbranche am regionalen Stellenmarkt haben Anzeigen in Rheinland-Pfalz (neun Prozent), Brandenburg (acht Prozent) und Schleswig-Holstein (sieben Prozent).

Der Jobmarkt der Gesundheitsbranche ist weniger städtezentriert als der Durchschnitt des gesamten deutsche Stellenmarkts: Auf dem Gesamtstellenmarkt werden 38 Prozent der Jobs in den zehn größten Städten geschaltet, in der Gesundheitsbranche lediglich 22 Prozent. In Berlin richtet sich nur jede zehnte Stellenausschreibung an Ärzte, dafür werden Pflegekräfte mit einem Anteil von 30 Prozent händeringend gesucht. Eine ähnliche Situation ist auch in Hamburg, im Saarland und in Bayern zu beobachten. Im Gegensatz dazu mangelt es in Bremen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern viel mehr an Ärzten. In Brandenburg, Sachsen und Thüringen werden beide Fachkräftegruppen überdurchschnittlich oft gesucht.