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Das sind die beliebtesten Recruitingkanäle und Recruitingtools

Virtuelles Jobinterview
Virtuelle Jobinterviews sind in Corona-Zeiten in vielen Unternehmen alltäglich geworden. Foto: © New Africa-stock.adobe.com

Die Mehrheit der Unternehmen weltweit will dieses Jahr neues Personal einstellen. Für die Kandidatensuche setzen Arbeitgeber neben neuen Tools nach wie vor auch traditionelle Werkzeuge ein. Bei Neueinstellungen setzen sich virtuelle Kanäle immer mehr durch.

Für den HR- Report 2021 mit dem Titel “Monster Insights” hat die Jobbörse Monster unter anderen untersucht, wie die Corona-Krise das Recuiting beeinflusst. Für die Studie wurden vom 22. Oktober bis zum 13. November des vergangenen Jahres 3.000 Recruiter und Personalverantwortliche in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Schweden, dem Vereinigten Königreich, den USA und Kanada befragt. Außerdem nahmen zwischen dem 26. September und dem 23. Oktober auch Kandidaten an der Befragung teil, davon in sechs Ländern jeweils 800 und in Frankreich und den USA je 1.200.

Laut Report planen 82 Prozent der befragten Recruiter für dieses Jahr, neue Mitarbeiter einzustellen. Davon wollen 47 Prozent vorhandenes Personal ersetzen oder Jobs erneut besetzen. 35 Prozent beabsichtigen, neue Stellen zu besetzen.

E-Mail und Telefon immer noch die beliebtesten Kanäle

Um potenzielle Kandidaten zu erreichen, verwenden die befragten Recruiter unterschiedliche Tools – sowohl traditionelle als auch technologiebasierte. Weiterhin am häufigsten im Einsatz ist das Telefon, das weltweit 71 Prozent der Befragten nutzen. Mit 62 Prozent am zweitbeliebtesten als Kommunikationstool sind E-Mails. Letztere sind vor allem bei KMU das beliebteste Tool; knapp zwei Drittel (65 Prozent) setzen darauf. SMS sind beim Recruting undder Jobsuche besonders im Finanz- und Bankwesen weit verbreitet (30 Prozent), außerdem bei Arbeitern in der Industrie (20 Prozent). Soziale Medien werden in der Technologiebranche (12 Prozent), in mittelständischen und großen Unternehmen (11 Prozent) und im Einzelhandel am häufigsten verwendet.

Jüngere Recruiter offener für moderne Formen

Die Studie zeigt, dass Personaler der Millennial-Generation eher dazu neigen als ihre älteren Kollegen, verschiedene Tools für die Rekrutierung zu nutzen. Dabei nimmt die klassische E-Mail mit 23 Prozent auch hier den ersten Platz ein. Es folgen vom Job Board empfohlene Matches (18 Prozent), Kampagnen in sozialen Medien (17 Prozent), die Kontaktaufnahme über soziale Medien und die interne Talentsuche (je 15 Prozent) sowie Mobile Recruiting (11 Prozent). Dagegen bevorzugen es ältere Recruiter, ihre Erfahrungen und bereits bestehende Netzwerke zu nutzen, um geeignete Kandidaten zu finden: Fast jeder Zweite (47 Prozent) nutzt persönliche Kontakte, jeweils ein knappes Drittel zieht Kandidatenprofile (31 Prozent) heran und setzt auf Networking (30 Prozent) und ein Viertel (25 Prozent) greift dann bei Anfragen direkt zum Telefon.

Virtuelles Recruiting seit Corona stark im Aufwind

Geht es um den weiteren Rekrutierungsprozess, so hat die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice im vergangenen Jahr weltweit die Virtualisierung gefördert. In besonderem Maße war das in Nordamerika und im Vereinigten Königreich der Fall sowie unter anderem im Technologiebereich. Länderübergreifend führt inzwischen etwas mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) mindestens die Hälfte seiner Bewerbungsgespräche und auch das Onboarding neuer Mitarbeiter virtuell durch. Bei fast jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) liegt der Virtualisierungsgrad im Recruiting und Onboarding sogar schon bei 75 Prozent und mehr.

Videointerviews & Co: Kulturelle Passung schwer abzuschätzen

Trotz der hohen Verbreitung sind nicht alle befragten Arbeitgeber mit ihren virtuellen Recruitingprozessen gänzlich zufrieden. Vielen Personalern fällt es schwer, auf diese Weite qualifizierte Kandidaten zu identifizieren und zu bewerten. Außerdem finden es drei von fünf Arbeitgebern sowie drei von vier Bewerbern generell problematisch, bei virtuellen Methoden festzustellen, ob Werte und Kultur beider Seiten übereinstimmen. Was konkret die Videointerviews betrifft, können 57 Prozent der Recruiter nur sehr schwer einschätzen, ob und wie wie gut Kandidaten zum Unternehmen passen. Darüber hinaus sind vier von zehn Personalverantwortlichen (39 Prozent) auch gar nicht sicher, ob sie selbst mit diesem Medium angemessen vermitteln können, für welche Werte ihr Unternehmen als Arbeitgeber steht. In der Folge gehört es für die Unternehmen zu einer der größten Herausforderungen bei der Personalbeschaffung, die virtuellen Recruiting-Prozesse auszubauen und zu optimieren.

Der komplette Report kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.