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So groß ist die Fachkräftelücke, die Babyboomer hinterlassen

In den nächsten 15 Jahren überschreitet die Generation der Babyboomer das Renteneintrittsalter. Demnach werden laut Kalkulationen des Statistischen Bundesamts bis 2036 rund 12,9 Millionen Erwerbspersonen aus dem Berufsleben ausscheiden. Das sind 30 Prozent der dem Arbeitsmarkt derzeit zur Verfügung stehenden Fachkräfte.

Die Lücke, die die Babyboomer hinterlassen, kann von den jüngeren Generationen – Menschen unter 25 Jahren – nicht gefüllt werden. Würde jeder der Nachwuchsfachkräfte nach der Ausbildung beginnen, vollumfänglich zu arbeiten, gebe es nach aktuellem Stand etwa 8,4 Millionen neue Erwerbspersonen. Bleibt die Situation unverändert, wird es folglich eine Fachkräftelücke von 4,5 Millionen Menschen geben.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat ähnliche Kalkulationen wie das Statistische Bundesamt durchgeführt. Kürzlich zeigte sich deren Geschäftsführer, Achim Dercks, besorgt über den zukünftigen Fachkräftemangel: „Es scheiden in Deutschland pro Jahr bis zu 400.000 mehr Menschen altersbedingt aus dem Erwerbsleben aus, als neue aus der Schule dazukommen“, sagte er. „Damit verringert sich unser Beschäftigtenpotenzial in den kommenden 15 Jahren um vier bis sechs Millionen Menschen.“

Frauen als Lösung der Fachkräftelücke?

Wenn die Generation der unter 25-Jährigen zahlenmäßig nicht ausreicht, bleibt neben der Rekrutierung aus dem Ausland noch die Möglichkeit, in den Generationen der über 25-Jährigen eine vermehrte Erwerbsbeteiligung, also einen höheren Beschäftigtenanteil zu erwirken. Die Expertinnen und Experten des Statistischen Bundesamts sehen vor allem in der verstärkten Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt eine Option. Im Vergleich zu Männern gehen immer noch deutlich weniger Frauen einer beruflichen Tätigkeit nach. So liegt die Erwerbsbeteiligung von Frauen im Alter von 30 bis 39 Jahren 11 Prozentpunkte unter der von gleichaltrigen Männern. In der Altersgruppe von 40 bis 65 Jahren gibt es einen Geschlechterunterschied von 8 Prozentpunkten.  

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.