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Sprungbrett in reguläre Beschäftigung?

Was kommt nach der Zeitarbeit? Laut einer neuen Studie verhilft sie vor allem Ausländern in reguläre Arbeitsverhältnisse.
Foto: © JiSign/Fotolia.de
Was kommt nach der Zeitarbeit? Laut einer neuen Studie verhilft sie vor allem Ausländern in reguläre Arbeitsverhältnisse.
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Im Juni 2005 waren hierzulande noch etwa 453 000 Menschen im Zeitarbeitssektor beschäftigt; die Leiharbeitsquote lag damals bei 1,4 Prozent. Im Juni 2015 dagegen waren circa 961 000 Arbeitnehmer und damit 2,7 Prozent aller Beschäftigten in dieser Branche tätig. Im Lauf des Jahres wuchs die Zeitarbeit um rund fünf Prozent.

Ausländeranteil in Zeitarbeit höher als in unbefristeten Arbeitsverhältnissen

Der Anteil der Ausländer in der Zeitarbeitsbranche ist in den letzten Jahren ebenfalls deutlich gestiegen: 2015 lag er bei 25 Prozent. Zum Vergleich: Der Ausländeranteil an allen Beschäftigten betrug nur zehn Prozent. Die mittlere Dauer einer Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche liegt bei rund drei Monaten. Dies gilt sowohl für Deutsche als auch für Ausländer. Etwa 70 Prozent der Leiharbeitnehmer waren vorher nicht beschäftigt. Deutsche, die aus Arbeitslosigkeit einen Zeitarbeitsjob aufnehmen, waren im Mittel vorher drei Monate arbeitslos, Ausländer mit 3,6 Monaten etwas länger. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Ehemalige türkische Leiharbeiter haben danach die höchsten Chancen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Zeitarbeitnehmer eine andere nicht befristete Tätigkeit finden, ist geringer als bei Arbeitslosen, die einen festen Job suchen. Nach der Zeitarbeit dagegen erhöhen sich die Chancen auf eine andere Stelle: Bei deutschen Arbeitslosen steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Tätigkeit außerhalb der Zeitarbeit zu finden, um durchschnittlich 15 Prozent. Bei arbeitslosen Ausländern nimmt die Wahrscheinlichkeit um 17 Prozent zu. Am stärksten ist der Effekt bei ehemaligen Leiharbeitnehmern türkischer Herkunft, hier wachsen die Chancen um 18 Prozent.

Dagegen ist die Zeitarbeit für Arbeitslose aus den Westbalkanländern zumeist kein Sprungbrett in anderweitige Beschäftigung. Das kann, so IAB-Arbeitsmarktforscherin Elke Jahn, daran liegen, dass der Aufenthaltsstatus vieler Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien und für Einwanderer aus dem Kosovo ungeklärt ist oder sie in den letzten Jahren wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt sind. Ein weiterer Grund könne sein, dass diese Ausländergruppe in Erwartung einer Heimkehr gar nicht nach einer anderweitigen Beschäftigung Ausschau gehalten hat.

Die Studie ist > hier abrufbar.