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Stiftung als Nachfolgelösung bei Familienunternehmen

Bei rund der Hälfte der großen deutschen Familienunternehmen, in denen die Nachfolge zu regeln ist, wird das Unternehmen voraussichtlich nicht durch ein Familienmitglied weitergeführt. In 45 Prozent dieser Fälle liegt es daran, dass keiner aus dem Nachwuchs daran interessiert ist. In 30 Prozent der Unternehmen gibt es kein geeignetes Familienmitglied für die Nachfolge.

Aufstiegsmöglichkeiten für Mitarbeiter oder Seiteneinsteiger

Die derzeitige Führungsriege der großen Familienunternehmen sieht – trotz aller Tradition in diesem sehr besonderen Umfeld – mehrheitlich keine moralische Pflicht mehr für Unternehmerkinder, die Firmenführung zu übernehmen. Damit bieten diese Unternehmen gleichzeitig interessante Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten auch für erfahrene Mitarbeiter oder geeignete Seiteneinsteiger.

Stiftungslösungen bieten Sicherheit, aber wenig Flexibilität

Eine weitere Möglichkeit bietet die Umwandlung in ein Stiftungsunternehmen. Über die Hälfte der Top-Entscheider in großen Familienunternehmen erkennt die Vorteile einer Stiftungslösung, etwa die Möglichkeit, eine langfristige Strategie verfolgen zu können. Allerdings sehen die Firmen neben den Vorteilen auch Nachteile in einer Stiftungslösung, insbesondere den möglichen Verlust an Flexibilität. Insgesamt betrachtet immerhin knapp ein Viertel der Top-Entscheider in großen Familienunternehmen eine Stiftungskonstruktion als ernst zu nehmende Option für die Nachfolgeregelung.

Das sind Ergebnisse einer aktuell veröffentlichten Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO durchgeführt hat. An der repräsentativen telefonischen Befragung zwischen Mitte September und Anfang November 2014 nahmen 359 Top-Entscheider aus großen eigentümergeführten Familienunternehmen teil.

Ähnliche Unternehmenskultur in Familien- und Stiftungsfirmen

Die Attraktivität einer Stiftungskonstruktion liegt dabei nicht zuletzt in der Ähnlichkeit von Familien- und Stiftungsunternehmen. Beiden ist eine ähnliche Unternehmenskultur, langfristige Ausrichtung und häufig lange Tradition gemein. 44 Prozent der großen Familienunternehmen wurden vor 1945 gegründet, weitere 17 Prozent bis 1960 und lediglich 14 Prozent nach 1990 – ähnliches gilt für Stiftungsunternehmen.

Analog zur langen Tradition vieler großer Familienunternehmen gibt es auch eine große Kontinuität in der Unternehmensführung. So liegt in jedem vierten großen Familienunternehmen die Führungsverantwortung in mindestens der vierten Generation in der Hand von Familienmitgliedern. Dies geht Hand in Hand mit der traditionell ausgeprägten außergewöhnlichen Verbundenheit der Familienunternehmer mit ihren Mitarbeitern, die 96 Prozent der Top-Entscheider als besonderes Merkmal von Familienunternehmen sehen.

Die vollständige Studie steht hier zum Download zur Verfügung.