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Studie: Kandidaten haben das Sagen im Bewerbungsprozess

Deutlich mehr Kandidatinnen und Kandidaten lehnen ein mögliches Arbeitsverhältnis mit Unternehmen ab als umgekehrt. Damit bestätigt die aktuelle Studie der HR-Beratung Königsteiner Gruppe den Wandel hin zu einem Arbeitnehmermarkt und eine Ansicht, die in Recruiting-Kreisen immer stärker geteilt wird: Bewerbende können sich ihren Arbeitgeber aussuchen, und Unternehmen müssen sich nun bei den Talenten bewerben.

Laut der Studie entscheiden sich 34 Prozent aller Jobsuchenden nach dem Vorstellungsgespräch gegen eine Anstellung. Von Arbeitgeberseite lehnen nur 19 Prozent die Talente ab, mit denen sie einen ersten Austausch für ein Jobangebot hatten.

„Arbeitgeber stehen einem Paradigmenwechsel im Bewerbungsprozess gegenüber und müssen sich verstärkt Gedanken darüber machen, wie sie sich selbst bei den Kandidatinnen und Kandidaten bewerben“, sagt Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe. „Die Zeiten, in denen sie ihr Personal ausgewählt haben, sind auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung unumkehrbar vorbei.“

Aus diesen Gründen lehnen Talente ein Jobangebot ab

Und auf einem Arbeitnehmermarkt müssen sich Arbeitgeber so aufstellen, dass sie die Faktoren erfüllen, die aus Sicht der Talente für eine Jobzusage von größter Bedeutung sind. Laut der Königsteiner-Studie sind dies die persönliche und fachliche Passung sowie das Gehalt. 42 Prozent der Absager haben eine andere Stelle gefunden, die besser zu ihrer Persönlichkeit passe und deshalb ein Jobangebot abgelehnt. Für 35 Prozent war das Gehalt ausschlaggebend. Sie bekamen von einem anderen Arbeitgeber einen höheren Lohn geboten und entschieden sich deshalb für die Konkurrenz. Weitere 29 Prozent haben eine andere Stelle bekommen, die fachlich besser zu ihnen passe.

Doch nicht alle Talente scheinen gleich viel Sagen im Bewerbungsprozess zu haben. So sind es vor allem Männer und ältere Fachkräfte, die sich nach einem Vorstellungsgespräch für einen anderen Arbeitgeber entschlossen haben. Dahingegen sind besonders junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren (61 Prozent) sowie Frauen (53 Prozent) mit dem Arbeitgeber zusammengekommen.

Info

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.