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Aktuelle Trends im Recruiting

Junge Frau am PC schaut sich Stellenangebote an.
Eine aktuelle Befragung zeigt, wie Recruiter und Kandidaten über die Bewerbung der Zukunft denken.
Foto: © Rawpixel.com/StockAdobe

Die große Mehrheit der Recruiter in Deutschland fürchtet nicht, durch die Digitalisierung den Job zu verlieren. Allerdings sehen sie neue Anforderungen auf sich zukommen. Für Stellen- anzeigen wird Maschinen- lesbarkeit nach Ansicht der Unternehmen zur wichtigsten Eigenschaft.

Nach Ansicht der Personalverantwortlichen hierzulande wird sich in den kommenden Jahren rund ein Drittel der Jobprofile (35 Prozent) im Zuge der Digitalisierung deutlich verändern. Um die passenden Kandidaten anzusprechen, muss eine Stellenanzeige nach Ansicht fast aller Unternehmen zunächst Inhalt (Text, Keywords) sowie grafisches Design (Layout, Bilder) mitbringen. Jedes zweite Unternehmen ist darüber hinaus der Ansicht, dass ein Jobinserat bereits heute maschinenlesbar sein muss, um im Internet gefunden zu werden, und interaktive Elemente wie etwa Social-Media-Links enthalten muss. Geht es um den Zeitraum von fünf Jahren, denken neun von zehn Arbeitgebern, dass Stellenanzeigen dynamischer gestaltet sein und eine höhere Maschinenlesbarkeit aufweisen müssen, damit sie von Recommender- und digitalen Auswahlsystemen korrekt verarbeitet werden. Das sind Ergebnisse der 17. Ausgabe der Studie Recruiting Trends, die > Monster gemeinsam mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg veröffentlicht hat. An der Befragung nahmen 160 der größten deutschen Unternehmen sowie 35 der 300 größten IT-Firmen teil. Außerdem wurden Nutzungsverhalten und Einschätzungen von 3300 Kandidaten untersucht.

Talent Recommender – Technik mit Zukunft?

Auch gehen sieben von zehn Unternehmen davon aus, dass Job-Recommender künftig immer häufiger zum Einsatz kommen werden. Über 50 Prozent der befragten Top-100-Firmen geben an, dass das Active Sourcing durch Talent-Recommender vereinfacht und damit effektiver wird. Die digitalen Empfehlungssysteme vergleichen Kandidatenprofile anhand von öffentlich zugänglichen Daten automatisch mit den Anforderungen für die ausgeschriebene Stelle und schlagen Arbeitgebern auf dieser Basis passende Kandidaten vor. Derzeit nutzen allerdings lediglich 3,8 Prozent der größten Firmen und nur jedes zehnte teilnehmende IT-Unternehmen solche Systeme. Für die Zukunft planen die größten Unternehmen eine Steigung auf 15 Prozent; die IT-Unternehmen möchten mit 9,5 Prozent nahezu konstant bleiben. Von den Kandidaten nutzt heute schon mehr als jeder zweite das digitale Angebot, das automatisiert passende Stellenanzeigen vorschlägt, genauso viele befürworten den verstärkten Einsatz in Zukunft. Gleichzeitig äußern aber sechs von zehn Kandidaten Bedenken in Bezug auf Datenmissbrauch.

Jedes zehnte Unternehmen nutzt digitale Auswahlsysteme

Digitale Auswahlsysteme werden heute von 10,3 Prozent der Unternehmen genutzt. Zwar ist der Anteil noch recht gering, aber doppelt so hoch wie noch vor zwei Jahren. Sowohl Unternehmen als auch Kandidaten bewerten den Trend positiv, so die Studie, denn digitale Auswahlsysteme beschleunigten und vereinfachten den Prozess auf beiden Seiten und machten ihn diskriminierungsärmer. Virtual Reality kommt nur bei 2,4 Prozent der befragten Firmen im Recruiting zum Einsatz, allerdings plant jedes zehnte der größten Unternehmen die Nutzung. Digitale Karriereberater für Bewerber, zum Beispiel Chatbots, bieten bislang auch lediglich 2,4 Prozent der Unternehmen an.

Employer Branding wird für Recruiter wichtiger als Active Sourcing

Davor dass sie infolge der zunehmenden Digitalisierung ihren Arbeitsplatz verlieren könnten, haben nur 4,5 Prozent der befragten Recruiter Angst. Allerdings gehen die Unternehmen davon aus, dass in fünf Jahren die wichtigste Fähigkeit eines Recruiters die Planung und Durchführung von Employer-Branding-Kampagnen sein wird. Damit rutscht das Active Sourcing einen Platz weiter nach unten. Danach folgen der Umgang mit Technik, Apps und Gadgets – allerdings weniger mit künstlicher Intelligenz – sowie datenbasiertes Recruiting.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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