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Süßer die Glocken nie klingen…

Weihnachtsmarktstände in Stuttgart
Der deutsche Handel verspricht sich dieses Jahr ein gutes Weihnachtsgeschäft. Viele Aushilfsjobs wurden vergeben, davon ein Viertel auf Weihnachtsmärkten.
Foto: © ksfotodesign/Fotolia.de

Das Weihnachtsgeschäft in Deutschland scheint in diesem Jahr besonders zu boomen. Das kann man jedenfalls aufgrund der Tatsache vermuten, dass die Arbeitgeber mehr Aushilfskräfte für die festliche Zeit eingestellt haben als 2016 und 2015. Jeder vierte Job entfällt auf Weihnachtsmärkte.

Die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen im Vorweihnachtsgeschäft ist 2017 im Vergleich zu 2015 um die Hälfte (50,7 Prozent) gestiegen. Aber auch die Nachfrage nach den Weihnachtsjobs ist groß; mit einem Anstieg von 101 Prozent verdoppelten sich die Suchanfragen in diesem Zeitraum sogar.

Drogerieketten vorn, jeder vierte Aushilfsjob entsteht auf Weihnachtsmärkten

Die Unternehmen, die die meisten Aushilfskräfte im Vorweihnachtsgeschäft einstellen, sind die Drogerieketten Müller und Dirk Rossmann. Es folgen die Einzelhandelskette Karstadt, Rituals Cosmetics, die Schmuck- und Uhrenhändler Pandora Jewelry und Fossil und das Logistikunternehmen UPS, das die steigende Menge an Briefen und vor allem Paketen zu bewältigen hat. Auf den weitern Plätzen der Top Ten liegen das Wohn- und Geschenkartikelunternehmen Nanu-Nana, der Engelhersteller Heaven and Angels, der auf Weihnachtsmärkten verkauft, sowie JustStars, mit Sternen ebenfalls an Marktständen auf Weihnachtsmärkten präsent. Insgesamt hat rund ein Viertel der saisonal ausgeschriebenen Stellen (24,9 Prozent) mit Tätigkeiten auf Weihnachtsmärkten zu tun. Das geht aus einer > Arbeitsmarkt-Analyse des Indeed Hiring Labs hervor. Annina Hering, Economist bei der Jobseite Indeed, hat dafür die vorweihnachtlichen Jobsuchen und Stellenausschreibungen in den letzten drei Jahren ausgewertet.

90 Prozent atypische Beschäftigungsverhältnisse vor Weihnachten

Die Analyse zeigt, dass der Großteil der Stellen, die aufgrund des Weihnachtsgeschäfts entstehen, wie die meisten Saisonjobs befristete Beschäftigungsverhältnisse oder Minijobs sind, die Arbeitgeber häufig flexibel besetzen. Der Anteil solcher atypischer Beschäftigungen betrug hierzulande 2016 insgesamt 21 Prozent, während er rein auf den vorweihnachtlichen Arbeitsmarkt bezogen bei gut 90 Prozent lag, so Annina Hering. Laut Statistischem Bundesamt verdienen 42,2 Prozent der atypisch Beschäftigten unter der Niedriglohngrenze von zehn Euro Bruttostundenlohn, bei den Mini-Jobbern sind es sogar 64,9 Prozent (Zahlen von 2014).

Arbeitgeber suchen ab August, Bewerber erst im November

Der saisonale Jobmarkt rund um Geschenke, Glühwein und Lametta nimmt vor allem im November an Fahrt auf. Interessant ist jedoch, dass Arbeitgeber zumeist schon im Spätsommer, ab August, damit beginnen, ihre Weihnachtsjobs auszuschreiben, während die meisten Kandidaten erst Anfang bis Mitte November nach entsprechenden Stellen suchen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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