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Tabuthema in sozialen Medien

Ein Mann schaut heimlich auf sein Smartphone, während seine Frau im Hintergrund sitzt
Jobsuche – nicht nur in sozialen Netzwerken ein Tabu, sondern sogar in der Partnerschaft.
Foto: © nd3000/Fotolia.de

In sozialen Medien kann man so ziemlich alles über manche Nutzer erfahren. Auch Updates zum aktuellen Status werden gern gepostet, ob frisch verliebt oder wieder Single. Es scheint thematisch kaum Grenzen im digitalen Leben zu geben. Aber ein paar Tabus gibt es dann doch. In Deutschland rangiert das Thema Jobsuche auf dem letzten Platz der Themen, die die Nutzer sozialer Medien in Netzwerken wie Instagram, Facebook oder Snapchat von sich preisgeben. Postings über die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle werden stärker vermieden als solche über Finanzen oder religiöse Themen. International sieht es ähnlich aus, allerdings werden dort familiäre und gesundheitliche Themen noch stärker tabuisiert als die Jobsuche. Das geht aus einer Arbeitsmarktstudie im Auftrag der Job-Seite > Indeed hervor, für die 9149 Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Irland, den USA und Australien befragt wurden.

Sorge, dass Postings über Jobsuche in der Firma bekannt werden

Die meisten Befragten (91 Prozent) gaben an, dass es ihnen wichtig ist, persönliche und berufliche Themen voneinander zu trennen; rund die Hälfte davon (43 Prozent) hält das sogar für extrem wichtig. Auch nutzen fast zwei Drittel (63 Prozent) der Studienteilnehmer überhaupt keine sozialen Netzwerke für ihr berufliches Leben. Der Hauptgrund ist die Befürchtung, dass Arbeitgeber oder Kollegen so von ihrem Interesse an einer neuen Stelle erfahren könnten. Von den Befragten hierzulande nannten 38 Prozent diese Besorgnis, fast genauso viele wie im internationalen Vergleich (40 Prozent). Außerdem hat fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer (31 Prozent) Angst, einen Job nicht zu bekommen, wenn die Suche nach einer neuen Herausforderung in sozialen Netzwerken sichtbar ist. Doch ebenfalls 31 Prozent der deutschen Befragten würden es selbst dann nicht in sozialen Netzwerken posten, wenn sie bereits eine Zusage für einen neuen Job in der Tasche hätten.

Fast die Hälfte erzählt selbst dem eigenen Partner nichts

Die Jobsuche wird aber nicht nur in Social-Media-Netzwerken geheim gehalten, sondern oft auch im engsten privaten Umfeld. Lediglich etwas mehr als jeder zweite Deutsche (53 Prozent) erzählt es seinem Partner, wenn er eine neue Arbeitsstelle sucht und weniger als jeder dritte (31 Prozent) sagt es seinen Freunden. Selbst von einem konkreten Jobangebot berichten nur 53 Prozent ihrem Partner, 29 Prozent ihren Freunden und 32 Prozent ihren Eltern. Über die Gründe dafür, dass das Thema auch im persönlichen Kreis so stark tabuisiert wird, informiert die Studie nicht.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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