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Ungenutzte Chancen bei der Mitarbeitersuche

Der Mittelstand könnte sich bei der Rekrutierung von Personal besser in Szene setzen.
Bild: © Picture-Factory/Fotolia.de
Der Mittelstand könnte sich bei der Rekrutierung von Personal besser in Szene setzen.
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Jeder zweite Personalverantwortliche in kleinen und mittelgroßen Unternehmen nennt Unternehmenswachstum als Motivation, die Belegschaft zu erweitern. Rund ein Drittel der KMUs will noch nicht vorhandenes Knowhow ins Unternehmen holen. In jedem vierten Unternehmen müssen bereits vorhandene Stellen nachbesetzt werden.

Personal dringend benötigt und möglichst schnell

Fast zwei Drittel (65 Prozent) der einstellenden Unternehmen wollen offene Stellen innerhalb von drei Monaten besetzen, mehr als jede dritte Firma sogar binnen eines Monats. Dabei stellt nicht nur der Fachkräftemangel ein Problem dar, sondern die KMUs stehen auch im Wettstreit mit den großen Unternehmen. Die großen Firmen machen zwar nur rund ein Prozent der Unternehmen in Deutschland aus, beschäftigen aber circa 40 Prozent der versicherungspflichtigen Arbeitnehmer.

Fachliche und menschliche Passung als größte Herausforderungen

Für 70 Prozent der Unternehmen ist die größte Herausforderung bei der Gewinnung neuer Talente, Mitarbeiter mit der richtigen Qualifikation zu finden. Ebenfalls 70 Prozent geben als Hemmschuh bei der Besetzung offener Stellen an, Kandidaten zu finden, die menschlich ins Team passen. Das ergab eine Umfrage der Jobsite > Indeed unter Personalentscheidern in KMUs.

Kandidaten legen Wert auf Flexibilität

Die Studienergebnisse legen nahe, dass sich die mittelständischen Arbeitgeber zu wenig an den Bedürfnissen der Jobsuchenden orientieren und mehr Maßnahmen ergreifen könnten, um für passende Kandidaten attraktiv zu sein. Kandidaten haben oft sehr genaue Vorstellungen von ihrem zukünftigen Arbeitsumfeld und legen nicht nur auf eine attraktive Bezahlung wert: Für vier von zehn Jobsuchenden ist Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort wichtig. Doch nur ein Viertel der befragten Unternehmen ist bereit, Bewerbern die Möglichkeit eines Home Office anzubieten; ein Drittel würde Teilzeitmodelle erwägen, um Bewerber anzulocken. Damit vergibt sich der Mittelstand Chancen, so die Studie, denn gerade kleine Unternehmen, die zumeist nicht mit den Gehältern der Großunternehmen mithalten können, können mit flexiblen Lösungen bei Arbeitsuchenden punkten.

Online-Möglichkeiten werden vertan

Nicht nur bei der Arbeitsplatzgestaltung, sondern auch schon bei der Jobsuche driften die Bedürfnisse der Bewerber mit den der Unternehmen auseinander: Die große Mehrheit der Jobsuchenden ist online unterwegs und sieht sich im Internet nach neuen Stellen um. Dagegen nutzt nur gut die Hälfte (56 Prozent) der befragten Unternehmen Online-Jobseiten zur Ausschreibung von Stellen.

Bei der Online-Jobsuche sind alle Unternehmen gleich – eigentlich die perfekte Gelegenheit für kleinere Unternehmen, im Wettbewerb mit den Großen zu bestehen,

sagt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed in Deutschland. Zudem werde eine Online-Ausschreibung genauso leicht gefunden wie die eines Weltkonzerns.

An Bewerberbedürfnissen orientieren

Auch bei der Formulierung der Stellenanzeige selbst können KMU sich ins rechte Licht rücken. Eine gut verfasste Stellenanzeige mit den richtigen Stichworten betont die benötigten Qualifikationen und Eigenschaften des Kandidaten, beschreibt das Unternehmen und vermittelt einen Eindruck der Unternehmenskultur. Dabei müssten die Firmen auch die Candidate Experience berücksichtigen und den Bewerber ins Zentrum der Recrutingaktivitäten stellen, so die Studie. Tatsächlich bezeichnete aber fast jeder vierte Personalentscheider das Verfassen einer ansprechenden Stellenanzeige als herausfordernd.