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Unternehmen haben noch wenig konkrete Strategien

Die meisten Firmen haben noch Nachholbedarf, wenn es darum geht, Frauen nach oben zu bringen.
Bild: © ArtFamily/Fotolia.com
Die meisten Firmen haben noch Nachholbedarf, wenn es darum geht, Frauen nach oben zu bringen.
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Die meisten Unternehmen in Deutschland haben noch keine Strategie für die Karriereentwicklung von Frauen definiert. Das gilt besonders für Top-Positionen, in denen das weibliche Geschlecht ohnehin am seltensten vertreten ist. Allerdings gehen immer mehr Firmen das Thema Diversity an.

Nur jedes vierte Unternehmen hat bislang eine klare Strategie für die Karriereentwicklung von Frauen entwickelt. Und bei 15 Prozent der Firmen, die eine Strategie definiert haben, ist keine Frauenquote vorgesehen. Außerdem hat sich gut die Hälfte der Unternehmen noch keine Zielvorgabe für ihre Frauenquote gesetzt.

Im Top-Management bleibt die Luft für Frauen dünn

Dabei zeigt sich: Die Firmen wollen offenbar kaum etwas daran ändern, dass die Luft für Frauen im oberen Management sehr dünn wird. Der von den Unternehmen angestrebte Frauenanteil fällt umso geringer aus, je höher die Hierarchiestufe ist. Nur drei Prozent der Unternehmen haben sich das Ziel gesetzt, mehr als 40 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen zu besetzen. Bei ihrem Führungskräftenachwuchs versuchen immerhin 16 Prozent, eine Frauenquote von mehr als 40 Prozent erreichen. Das zeigt die aktuelle HR-Trendstudie von Kienbaum, für die 187 Personalverantwortliche befragt wurden.

Vorbereitung ja, spezielle Förderung weniger

Die Studie zeigt auch, dass Frauen bei der Nachfolgeplanung für Managementpositionen kaum strategisch berücksichtigt werden: Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen nutzen die Nachfolgeplanung noch nicht, um den Anteil der weiblichen Mitarbeiter im Management zu erhöhen. Allerdings setzen die meisten der befragten Firmen inzwischen strukturierte Karriereentwicklungs- und Mentorenprogramme ein, um ihre Mitarbeiterinnen auf eine künftige Funktion im Management vorzubereiten. Fast 40 Prozent der Unternehmen verfügen jedoch nicht über spezielle Personalentwicklungsprogramme zur Förderung des weiblichen Managementnachwuchses.

Bewusstseinswandel beim Thema Diversity

Es ist jedoch zu beobachten, dass die jüngsten gesetzgeberischen Maßnahmen zur Frauenquote und auch die allgemeine Diskussion zum Thema Diversity in den Unternehmen zu einem Bewusstseinswandel geführt haben, so die Studie.

Immer mehr Unternehmen sind mittlerweile auf dem richtigen Weg, um ihre Organisation divers aufzustellen. Sie wollen von den zahlreichen Vorteilen der Vielfalt im Unternehmen profitieren,

sagt Monika Berane, Leiterin des Kienbaum Female Desk. Während im Vorjahr erst 30 Prozent der Unternehmen eine Diversity-Strategie entwickelt hatten, sind es in diesem Jahr schon 34 Prozent.

Eine Übersicht über die Ergebnisse der Studie steht > hier zur Verfügung.