Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Unternehmen planen weniger Neueinstellungen als vor einem Jahr

In den ersten drei Monaten des neuen Jahres wollen die meisten Unternehmen hierzulande ihren Personalbestand auf dem aktuellen Niveau halten (45 Prozent). 33 Prozent planen, neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einzustellen. Fast ein Fünftel der Betriebe (18 Prozent) will Personal abbauen, während vier Prozent noch unentschlossen sind, was ihre Personalpolitik betrifft.

Im aktuellen Arbeitsmarktbarometer berechnete die ManpowerGroup den Netto-Beschäftigungsausblick (NBA), indem sie den Prozentsatz der Arbeitgeber, die einen Personalabbau erwarten, von denjenigen, die Neueinstellungen planen, abzog. Für die weltweite Studie hat der Personaldienstleister vom 13. Oktober bis zum 25. November des letzten Jahres in Deutschland 1.022 Unternehmen befragt.

Der NBA liegt unter Berücksichtigung der üblichen saisonalen Schwankungen bei 17 Prozent. Das sind drei Prozent weniger als im vierten Quartal 2022 und ganze 17 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Gegenwinds gebe es erste Anzeichen dafür, dass sich die Dynamik auf den Arbeitsmärkten abschwächt und die Unternehmen in ihren Personalplänen zurückhaltender agieren, sagt Jonas Prising, Vorstandsvorsitzender & CEO der ManpowerGroup.

„Doch obwohl Arbeitgeber in einigen Feldern angeben, dass sie ihre Beschäftigungspläne zurückfahren, verzeichnen wir weiterhin eine starke Nachfrage nach spezifischen Skills und Qualifikationen, so etwa in den Bereichen IT, Logistik oder Finanzen“,

so Prising.

Höchste Einstellungsbereitschaft in Finanz- und Immobilienbranche

Der Blick auf die Branchen zeigt, dass vor allem die Finanz- und Immobilienbranche einstellungsbereit ist; hier liegt der Netto-Beschäftigungsausblick bei überdurchschnittlichen 29 Prozent. Der Industriesektor weist einen NBA von 23 Prozent aus, der neu in die Studie aufgenommene Energiesektor 20 Prozent. Vergleichsweise viele Fachkräfte sucht auch die Gesundheitsbranche mit 16 Prozent. In all diesen Bereichen (beim Energiesektor sind noch keine Vergleiche möglich) sind jedoch trotz positiver Zahlen Rückgänge zu verzeichnen. Deutlich verschlechtert hat sich der Mitarbeiterbedarf in der Kommunikationsbranche, in der die Studie ein Minus von 44 Prozent registriert. Auch der IT-Sektor sowie der Bereich Transport & Logistik zeigen einen negativen NBA von jeweils 31 Prozent.

Mittelgroße Unternehmen planen die meisten Neueinstellungen

Nicht nur je nach Branche, sondern auch nach Unternehmensgröße zeigt die Arbeitsmarktstudie unterschiedliche Entwicklungen auf. Während im Vorquartal noch die großen Firmen ab 250 Beschäftigten mit einem Nettobeschäftigungs-Ausblick von 27 Prozent verstärkt Neueinstellungen planten, wollen jetzt insbesondere mittelgroße Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitenden (NBA von 24 Prozent) ihre Belegschaft aufstocken. Bei großen Firmen beträgt der NBA hingegen nur noch 15 Prozent und liegt damit gleichauf mit kleinen Betrieben (zehn bis 49 Beschäftigte) und Kleinstunternehmen (weniger als zehn Mitarbeitende). Im regionalen Vergleich stehen Frankfurt am Main und das Ruhrgebiet am besten da, während Ost- und Norddeutschland am schlechtesten abschneiden. Dort sind die Konjunkturaussichten sowohl in Bezug auf das erste als auch das vierte Quartal 2022 deutlich negativer geworden.

Deutschland im weltweiten Vergleich auf Platz 29

Aus der weltweiten Auswertung geht hervor, dass Deutschland bezüglich des saisonbereinigten Netto-Beschäftigungsausblicks sechs Prozent unter dem globalen Durchschnitt von 23 Prozent liegt und nur Platz 29 der Skala einnimmt. Die besten Beschäftigungsaussichten versprechen sich Panama (NBA von 39 Prozent), Costa Rica (35 Prozent) und Kanada (34 Prozent). Deutschland liegt auch hinter vielen europäischen Ländern wie zum Beispiel Österreich (29 Prozent), Belgien, Norwegen und Schweden (je 23 Prozent) sowie Großbritannien (19 Prozent).

Sämtliche Ergebnisse des aktuellen Arbeitsmarktbarometers gibt es hier zum Download.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

Themen