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Das persönliche Interview mit Kandidaten bleibt bislang ungeschlagen

Ein Bewerber sitzt einer Personalerin beim Vorstellungsgespräch gegenüber, sie schaut sich die Bewerbungsmappe an
Neun von zehn Personaler setzen auf persönliche Interviews mit Kandidaten. Videogespräche im Vorfeld finden kaum statt.
Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia.de

Von Vorstellungsgesprächen per Video wird häufig gesprochen, da sie vor allem den Medien- gewohnheiten jüngerer Bewerber entsprächen. Doch nur eine Minderheit der Unternehmen setzt diese Form des Auswahlgesprächs bereits ein. Das persönliche Gespräch mit Kandidaten ist für die meisten Arbeitgeber immer noch am wichtigsten.

Jobsuchende können ihre Bewerbungsunterlagen heute fast in jedem Unternehmen digital einreichen. Kommt der Kandidat überzeugend rüber, vereinbaren neun von zehn Personalern (89 Prozent) mit dem Bewerber immer ein persönliches Vorstellungsgespräch vor Ort; weitere acht Prozent nutzen diese Möglichkeit nicht immer, aber oft.

Videointerviews mit Bewerbern sind die Ausnahme

Sechs Prozent der Unternehmen setzen nach Begutachtung der Unterlagen stets auf ein Telefoninterview mit dem Kandidaten und elf Prozent tun dies häufig. 42 Prozent geben an, grundsätzlich darauf zu verzichten. Videotelefonate, zum Beispiel via Skye oder Facetime, kommen im Vorfeld noch seltener zum Einsatz: Kein HR-Verantwortlicher nutzt diese Möglichkeit immer und nur ein Prozent greift oft darauf zurück. 81 Prozent sagen, dass sie solche Gespräche nie führen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von > Bitkom. Dafür wurden 855 Personalverantwortliche aus Unternehmen ab drei Mitarbeitern in Deutschland  repräsentativ befragt.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder hält die Zurückhaltung der Personalverantwortlichen in Sachen Videointerview für bemerkenswert. Mit einem kurzen Videogespräch bekomme das Unternehmen schnell und mit geringem Aufwand einen ersten Eindruck vom Gegenüber, wovon beide Seiten profitierten:

Der Personalverantwortliche kann so seine Eindrücke vom Kandidaten vervollständigen, der Bewerber hat die Möglichkeit, sich über die schriftlichen Unterlagen hinaus zu präsentieren und kann sich obendrein ein besseres Bild von seinem künftigen Arbeitgeber machen,

so Rohleder.

Mehr als jedes zweite Unternehmen führt Tests vor Ort durch

Neben dem persönlichen Gespräch führen viele Unternehmen nach Eingang der Bewerbungsunterlagen auch Vor-Ort-Tests bei geeignet scheinenden Kandidaten durch: Fast sechs von zehn Betrieben (56 Prozent) unterziehen Bewerber oft oder immer einer solchen Prüfung. Dabei verwenden lediglich 16 Prozent der Firmen oft oder immer Online-Tests. Assessment Center vor Ort werden nur bei zwei Prozent der Unternehmen immer oder oft durchgeführt.

Große Betriebe nutzen häufiger digitale Kontaktmöglichkeiten

Die Untersuchung zeigt auch, dass digitale Kontaktmöglichkeiten im Relritoerimgsprozess vor allem von Unternehmen ab 250 Mitarbeitern genutzt werden: 43 Prozent der großen Firmen verwenden immer oder oft Online-Testverfahren, knapp jeder vierte Arbeitgeber (23 Prozent) führt Telefoninterviews durch und 17 Prozent nutzen Videogespräche.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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