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Jeder zweite Bewerber bezweifelt Aussagen in Stellenanzeigen

Vier Bewerber in einer Reihe vor einer Wand mit Schild
Bewerber sind gegenüber den Aussagen von Unternehmen sehr skeptisch. Erst beim Vorstellungsgespräch haben die meisten den Eindruck, der Arbeitgeber würde nicht flunkern.
Foto: © dima_sidelnikov/Fotolia.de

Fast zwei Drittel der Bewerber hierzulande (63,5 Prozent) stehen den Aussagen und Botschaften, die Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber aussenden, skeptisch gegenüber. 65 Prozent dieser kritischen Bewerber glauben, dass die Firmen bei der Außendarstellung aus eigenem Interesse flunkern. So betrachten 68 Prozent die kommunizierten Informationen auf den Karriere-Blogs der Unternehmen kritisch. 61 Prozent sind skeptisch gegenüber Arbeitgeberaussagen auf deren Karriere-Websites und 53 Prozent schenken den Aussagen in Stellenanzeigen kein Vertrauen. Jobsuchende haben nicht nur Vorbehalte hinsichtlich der kommunizierten Inhalte auf den unternehmenseigenen Plattformen, sondern 64 Prozent äußern auch Skepsis gegenüber den Aussagen, die Arbeitgeber auf externen Jobportalen äußern. Darüber hinaus nimmt mehr als jeder Vierte (29 Prozent) die Botschaften vor allem deswegen nicht ernst, weil er diese letztlich für austauschbar hält. Das geht aus einer aktuellen Bewerber-Studie im Auftrag von > Viasto hervor. Dafür wurden im Juni dieses Jahres bundesweit 1004 Bewerber befragt, die sich in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal beworben hatten.

Diskrepanz zwischen kommuniziertem und erlebten Unternehmensbild

Die geäußerten Vorbehalte der Studienteilnehmer kommen nicht von ungefähr, sondern decken sich zum Großteil mit deren konkreten Erfahrungen: Sieben von zehn Befragten gaben an, im Verlauf des Bewerbungsprozesses bereits mindestens einmal einen Unterschied zwischen dem kommunizierten und dem tatsächlich erlebten Unternehmensbild festgestellt zu haben. Fast alle Teilnehmer (98 Prozent) sagten, dass ihre persönlichen Erlebnisse auch ihre allgemeine Wahrnehmung des Unternehmens beeinflussen, bei jedem zweiten (51 Prozent) sogar stark.

Im Vorstellungsgespräch kommen Unternehmen glaubhafter rüber

Zweifel an der Wahrheit der Unternehmensbotschaften scheinen die Jobsuchenden zwar nicht von einer Bewerbung abzuhalten, doch ihre skeptische Haltung nehmen sie mit in den Bewerbungsprozess. In der ersten schriftlichen Kommunikation stehen 40 Prozent den Aussagen des Unternehmens skeptisch gegenüber. Selbst im ersten Telefon-Interview gehen noch 43 Prozent davon aus, dass von Unternehmensseite nicht authentisch kommuniziert wird. Erst beim konkreten Vorstellungsgespräch geben viele Kandidaten ihre Vorbehalte auf. So finden immerhin fast drei Viertel der Befragten (71 Prozent), dass sich Arbeitgeber in der direkten Kommunikation, sei es im persönlichen Interview vor Ort oder auch per Video, glaubwürdig äußern. Im zweiten Gespräch Aug in Aug steigt dieser Anteil sogar auf 83 Prozent.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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