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Zu vergeben: Job mit unbekannter Aussicht

Kristallkugel, darin schemenhaft Menschen und städtische Umgebung
Laut einer aktuellen Studie gleicht es fast einem Blick in die Kristallkugel, um sich ein Bild davon zu machen, welche Jobs und Skills demnächst in Unternehmen gefragt sein werden.
Foto (CCO): pexels.com

Gut drei Viertel der Arbeitgeber (77 Prozent) haben bereits Mitarbeiter für Rollen eingestellt, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab. Mehr als jedes zweite Unternehmen (57 Prozent) hat Personal nach bestimmten Fähigkeitsprofilen oder Qualifikationen rekrutiert, obwohl es für diese Kandidaten noch keine definierte Rolle im Unternehmen gibt. Das geht aus dem Global Korn Ferry Survey hervor, für den > Korn Ferry im November und Dezember 2018 weltweit mehr als 600 Recruitingspezialisten befragt hat.

Recruting heute und morgen – was zeigt der Blick in die Kristallkugel?

Laut Studie zwingt die rasante Geschwindigkeit des Wandels Rekrutierer quasi dazu, in die Kristallkugel zu schauen, wenn sie Mitarbeiter sowohl für kurz- als auch als auch langfristige Bedürfnisse einstellen wollen. Während der technologische Fortschritt neue Rollen in Bereichen wie Datenanalyse und künstliche Intelligenz schaffe, setzten andere Trends – etwa der verstärkte Fokus auf die Customer Experience Journey – unterschiedliche Fähigkeiten in den Vordergrund, sagt Jacob Zabkowicz, Vizepräsident von Korn Ferry.

Die Unternehmen verstehen zunehmend, dass das schnelle Tempo des Wandels bedeutet, dass sie, um in Zukunft erfolgreich zu sein, Zugang zu Skills und Fachwissen benötigen, die nicht notwendigerweise in die bestehenden Stellenbeschreibungen passen,

so Zabkowicz.

Interne Talentsuche geht vor, doch nicht jeder Mitarbeiter darf bleiben

Ein Ansatz, um die richtigen Mitarbeiter für neu entstehende Rollen zu finden, besteht der Umfrage zufolge darin, unternehmensintern Talente zu suchen, die weiterentwickelt werden können, um den sich ändernden Anforderungen zu begegnen. Sechs von zehn Unternehmen (61 Prozent) geben an, dass sie mehr in das Upskilling bestehender Talente investieren, als extern zu rekrutieren. Allerdings erklärt nur fast die Hälfte (47 Prozent), über formelle (Um)Schulungsprogramme für Mitarbeiter zu verfügen, deren Arbeitsplätze sich weiterentwickelt haben. 39 Prozent gaben zu Protokoll, dass sie Personal von außen einstellen, um Jobs mit neuen Stellenprofilen zu besetzen.

Trotz der Bemühungen, die eigene Belegschaft für die Zukunft fit zu machen, sagen zwei Drittel der Studienteilnehmer (67 Prozent), dass sie Mitarbeiter entlassen mussten, deren Rollen nicht länger relevant für die Richtung seien, die das Unternehmen einschlägt.

Outsourcing von Recruiting: Jeweils rund ein Drittel der Unternehmen lagert gleich viel oder mehr aus als vor fünf Jahren

Die Personaler wurden auch danach gefragt, ob sie es wegen der Geschwindigkeit, mit der sich neue Rollen entwickeln, heute eher als notwendig empfinden als vor fünf Jahren, die Rekrutierung an Experten auszulagern. Gut ein Drittel (36 Prozent) antwortete, dass sie ungefähr soviel outsourcen wie vor fünf Jahren. Rund jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) gab an, etwas weniger auszulagern, 14 Prozent sagten, dass sie viel mehr Personalbeschaffungsaufträge extern vergeben. Jeweils 14 Prozent erklärten, dass sie etwas weniger oder viel weniger nach außen delegieren. Darüber hinaus gaben 39 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie angesichts des sich schnell verändernden Umfelds und des härteren Wettbewerbs um Talente eine RPO-Lösung (Recruitment Process Outsourcing) im Einsatz haben. Von den 61 Prozent, die dies verneinten, sagten 23 Prozent, dass sie erwägen, eine solche Lösung zu implementieren.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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