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Vier von zehn Unternehmen suchen aktiv

Auch wenn Active Sourcing mit Aufwand verbunden ist, lohnt es sich. Für viele Unternehmen ist diese Option inzwischen unverzichtbar. Bild: © shockfactor.de/Fotolia.de
Auch wenn Active Sourcing mit Aufwand verbunden ist, lohnt es sich. Für viele Unternehmen ist diese Option inzwischen unverzichtbar. Bild: © shockfactor.de/Fotolia.de

Inzwischen können vier von zehn offenen Stellen in Deutschland nur schwer oder gar nicht besetzt werden, so dass Active Sourcing immer wichtiger wird. Zudem sehen die Unternehmen darin einen Vorteil durch mögliche Kosteneinsparungen. Heute sprechen Arbeitgeber bei rund einem Drittel (34,7 Prozent) der Vakanzen Jobsuchende sowohl aktiv als auch im Rahmen einer klassischen Stellenanzeige an. Bei weiteren 7,1 Prozent der freien Stellen versuchen die Firmen sogar, Mitarbeiter ausschließlich durch Active Sourcing zu finden – insgesamt 41,8 Prozent setzen also bereits auf diese Option. Damit kommen sie den rund 45 Prozent der Kandidaten entgegen, die lieber direkt von Unternehmen angesprochen werden möchten, anstatt sich selbst zu bewerben. Das sind Ergebnisse des Themenspecials “Active Sourcing & Social Recruiting” der aktuellen Studie “Recruiting Trends 2016”, die das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Karriereportal Monster durchgeführt hat.

Unterschiedliche Präferenzen bei Unternehmen und Kandidaten

Wenn es um die verschiedenen Active Sourcing-Kanäle bei der Mitarbeiter- und Stellensuche geht, zeigen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Sowohl Unternehmen als auch Jobsuchende nutzen in hohem Maße Talent-Pools der Unternehmen, persönliche Netzwerke und Karriere-Netzwerke. Die Kandidaten setzen darüber hinaus auch auf externe Lebenslaufdatenbanken: 75 Prozent von ihnen wählten bereits diese Option; bei den Unternehmen sind es dagegen nur 38 Prozent. Auseinander geht es auch bei den Karriere-Events für Studenten: Diese werden von 90 Prozent der Unternehmen, aber nur von 13 Prozent der Kandidaten präferiert. Foren und Blogs sind beliebte Quellen auf der Unternehmensseite (50 Prozent), doch die Kandidaten sehen sie mit knapp sieben Prozent (noch) nicht als Sprungbrett für den nächsten Job. Am wenigsten nutzen Unternehmen (25 Prozent) sowie Karriereinteressierte (14,5 Prozent) bisher soziale Netzwerkplattformen.

“Überfischung” und andere Probleme

Außer dem offensichtlichen Anpassungsbedarf bei den Kanälen für Active Sourcing gibt es noch andere Probleme. Etwa jedes zweite befragte Unternehmen sieht die aktive Kandidatensuche als sehr zeitaufwendig an. Außerdem denkt ebenfalls etwa die Hälfte (48 Prozent), dass externe Active Sourcing-Quellen bereits “überfischt” sind. Das eigentliche Problem aber liegt aber Sicht des Studienleiters eher in der jeweiligen Ansprache der Kandidaten, hier gebe es noch einiges Optimierungspotential:

Die Mitarbeiter von morgen möchten individuell und passgenau kontaktiert werden,

sagt Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg.

Der Aufwand zahlt sich aus

Etwa drei Viertel der befragten Unternehmen sind sich sicher, dass sie auf Social Media-Kanälen präsent sein müssen, um die Generation Y rekrutieren zu können. Doch beim Active Sourcing mittels Social Media sehen die Firmen weitere Herausforderungen. So denken rund 88 Prozent, dass Recruiter als Folge der Nutzung von Social Media zusätzliche neue Fähigkeiten erlernen müssen. Auch hat nur ein Drittel der Unternehmen eine explizite Strategie für den Einsatz von Social Media in der Rekrutierung hat. Das könnte eine Folge der Befürchtung sein, für Active Sourcing sehr viel Aufwand betreiben zu müssen. Zwar ist Active Sourcing im Aufbau durchaus etwas aufwendiger, so die Studie, lässt sich dann aber auch nutzen, wenn Stellen dringend besetzt werden müssen. Mit etablierten Active Sourcing-Prozessen könnten zum Beispiel Business-Netzwerke oder Lebenslaufdatenbanken von Jobbörsen enorm zeitsparend als Talentpool-Quelle eingesetzt werden.

Die Studie steht > hier zum Download bereit.