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Was Kandidaten erwarten

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Am besten online und mit einem Klick? Laut einer Studie muss es heutigen Bewerbern immer schneller gehen.
Foto: © momius/Fotolia.de

Eine Studie hat die sogenannte Candidate Journey unter die Lupe genommen. Sie zeigt die Erfahrungen von Jobsuchenden und das, was sie bei Bewerbungen erwarten – von der Stellenanzeige bis zur Rückmeldung der Personalabteilung – oder was sie eher davon abhält, sich zu bewerben.

Hat ein Jobsuchender einige passende Stellenanzeigen gefunden, was entscheidet dann letztlich darüber, dass er tatsächlich eine Bewerbung abschickt? An erster Stelle stehen zunächst harte Fakten wie der Arbeitsort, der für rund 77 Prozent entscheidend ist, sowie das Gehalt, das für 73 Prozent eine hohe Relevanz besitzt. Das Anforderungsprofil ist nur für 59 Prozent entscheidend. Etwa jeder vierte potenzielle Kandidat (26 Prozent) bezieht auch den Ruf oder die Bekanntheit des Unternehmens sowie die Präsentation der Firma in die Überlegungen ein. So halten zum Beispiel schlechte Arbeitgeberbewertungen mehr als jeden zweiten Jobsuchenden (54 Prozent) von einer Bewerbung ab. Das geht aus dem zweiten Teil der Studie “Abenteuer Jobsuche” von CareerBuilder und der Macromedia Hochschule München hervor. Dazu wurden 1465 Kandidaten in Deutschland im Alter von 14 bis 65 Jahren befragt.

Jeder Zweite würde eine oder eine halbe Stunde in die Bewerbung investieren

Ist die Entscheidung gefallen, sich zu bewerben, kommt es auch auf den Bewerbungsprozess und die dafür benötigte Zeit an. Auch heute, so die Studienautoren, interpretierten es Personalverantwortliche zum Teil noch als Qualitätsmerkmal von Kandidaten, wenn diese viel Zeit in eine Bewerbung investierten. Doch gerade erfahrene Kandidaten wüssten, dass es mit modernen Bewerbermanagement-Systemen auch anders gehen könne. Die Fakten: Die meisten der Befragten, 27 Prozent, sind bereit, eine halbe Stunde für die Bewerbung aufzubringen. Nur knapp weniger (26 Prozent) würden bis zu einer Stunde aufwenden. 15 Prozent sagen, sie würden zwei Stunden investieren, elf Prozent können sich mehr als zwei Stunden vorstellen. Neun Prozent der Befragten sagten, sie würden sogar mehrere Tage in Kauf nehmen, während sechs Prozent nicht einmal dazu bereit wären, sich länger als 15 Minuten mit ihrer Bewerbung zu befassen. Die Studienautoren gehen davon aus, dass in der Regel gerade die vielversprechenden und gefragten Kandidaten genau zu diesen sechs Prozent gehören. Deshalb empfehlen sie Arbeitgebern, die ein Online-Bewerbungsportal nutzen, die Anzahl der Eingabemasken und -felder auf ein Minimum zu begrenzen. Insgesamt gab rund jeder dritte Befragte (34 Prozent) an, bereits eine Bewerbung abgebrochen zu haben, weil der Zeitaufwand zu hoch war.

Gerade in Zeiten des E-Commerce erwarten Bewerber (…) auch einen gewissen Komfort und gewisse Standards von Online-Bewerbungsprozessen. Benutzerfreundlichkeit und damit auch schnelle Bewerbungsprozesse gehören dazu ebenso wie die Eingangsbestätigung der Online-Bewerbung,

sagt Karsten Borgmann, Geschäftsführer von CareerBuilder.

Jeder dritte Bewerber erhält nur selten oder nie eine Eingangsbestätigung

In der Praxis hat jeder zweite Studienteilnehmer nur selten oder nie sofort eine E-Mail erhalten, die den Eingang der Bewerbung bestätigt. Manche Arbeitgeber verzichten sogar ganz darauf, Bewerbern diese Rückmeldung zu geben: Fast ein Drittel der Studienteilnehmer (32 Prozent) gab an, nur selten oder nie eine Eingangsbestätigung erhalten zu haben. Bewerber, die kurzfristig eine Bestätigungsmail erhalten, bewerten den gesamten Bewerbungsprozess um rund zehn bis 20 Prozent besser als jene, die dieses Feedback erst später oder nie erhalten.

Ausführliche Informationen des zweiten Teils der Studie ist im E-Book “Die Candidate Journey: So sehen Bewerber heute die Reise zum neuen Job” zusammengefasst und kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.