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Wenn Frauen Frauen rekrutieren

Was paradox und für zarte Gemüter ein klein wenig politisch unkorrekt klingt, wird durch Sozialforschung belegt. Bradley Ruffle hat in seiner Studie “Are Good Looking People More Employable?” mit 5300 präparierten Bewerbungsschreiben bewiesen, dass gutaussehende Frauen deutlich häufiger eine Absage erhalten als “Allerweltsfrauen” – bei identischen Qualifikationen.

Diese Benachteiligung entsteht, weil die Bewerbungen in Human-Resources-Abteilungen gesichtet werden. Dort arbeiten weit überwiegend Frauen. Die wollen keine gutaussehende Konkurrenz in der Firma haben. Bei externen Recruiterinnen konnte dieser Effekt nicht beobachtet werden. Daher sollten durchschnittlich aussehende Frauen unbedingt ein Foto in ihre Bewerbungsmappe legen – alle anderen besser nicht. HR-Frauen laden dafür gutaussehende Männer deutlich häufiger ein als “Allerweltsmänner”. Ruffle meint: “Beauty discrimination occurs at the earliest stage of job search.”

Wir haben jetzt mehrere Jahre überlegt, ob man sowas überhaupt schreiben darf. Aber wenn die Briten politisch unkorrekt aus der EU austreten, dann ist die Zeit reif, sich mit Tabuthemen zu befassen. Das ultimative Paradoxon lautet daher: Hätten wir mehr Männer in HR, hätten wir auch mehr Frauen in Führungspositionen.

Konnten Frauen die Hürde der Bewerbung nehmen, dann ist das auch nicht so toll wie bislang vermutet. Jedenfalls wenn Fraue nmit Frauen zusammenarbeiten. Das belegt die Studie von Daniel Balliet/Paul A.M. Van Lange “Sex Differences in Cooperation: A Meta-analytic Review of Social Dilemmas”. Die Forscher zeigen, dass Frauen je nach Setting überhaupt nicht kooperativ und teamfähig sind. Wenn Frauen in reinen Frauenteams arbeiten, dann kann das sogar ziemlich unkooperativ werden: Jede gegen jede. Erst in gemischten Teams verhalten sich Frauen harmonischer.

Doch genug der schlechten Nachrichten. Nur noch zur Wirkung von Frauenquoten: David Matsa und Amalia Miller kommen in ihrer Studie “A Female Style in Corporate Leadership? Evidence from Quotas” zum Ergebnis, dass in Norwegen, wo die Frauenquote seit 2006 Pflicht ist, vier Jahre nach Einführung dieser Quote in den Unternehmen “profitability fell … after women were brought onto corporate boards because of a quota”.

Die Auflösung dieser Frauen-Paradoxien ist simpel: Vermeide nSie Frauenquoten, auch weil das die HR-Personalauswahl-Frauen nur unter Druck setzen würde. Bringen Sie stattdessen die HR-Frauen dazu, auch gutaussehende superqualifizierte Frauen und Durchschnittsmänner einzuladen und einzustellen. Die Frauen müssen dann mit viel Personalentwicklung dazu gebracht werden, mit schönen, normalen und subnormalen Frauen zu kooperieren. Oder man steckt sie direkt zu den firmenüblichen hässlichen Männern in ein Team – das klappt prima!

Was halten Sie von “mehr Männern in HR”?
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