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Wertschätzung statt “Inquisition”

Junge Bewerberin wartet im Flur ungeduldig auf das Vorstellungsgespräch
Bewerber wollen wertgeschätzt werden, das heißt unter anderem auch, dass das Vorstellungsgespräch pünktlich stattfinden sollte.
Foto: © Africa Studio/Fotolia.de

, mangelnde Vorbereitung der Personaler und abschreckende Gesprächsbedingungen.

Eine Umfrage der E-Recruitingplattform Softgarden unter 1186 Bewerbern zeigt: Eine angenehme Atmosphäre, ein hoher Informationswert und Augenhöhe in der Gesprächsführung stehen bei jeweils rund drei Viertel der Befragten ganz oben auf der Wunschliste für ein Vorstellungsgespräch. Vor allem beim Informationswert hakt es aber oft: Während 76,1 Prozent vor allem über die Aufgabe im Unternehmen sprechen wollten, bildete sie nur bei 33,8 Prozent tatsächlich einen Schwerpunkt im Gespräch. Ähnlich sah es bei den Entwicklungschancen aus (49,7/13,9 Prozent).

Bewerbungsgespräche lieber mit künftigen Vorgesetzten als mit der Personalabteilung

Auch das Verhalten der Recruiter stieß mitunter auf Kritik. Dazu zählten fehlende Pünktlichkeit, mangelnde Vorbereitung und nicht vorhandene Gastfreundschaft: “32 Grad Celsius, Gespräch in der 5. Etage, nichts zu trinken angeboten bekommen”, schrieb ein Teilnehmer. Bohrende Fragen des Personalers störten einen anderen: “Auseinandernehmen meiner Person, fast ausgezogen mit Fragen”, heißt es in dem Bericht. Als Wunsch-Gesprächspartner rangierte der oder die künftige Vorgesetzte mit 80,7 Prozent an der Spitze, die Personalabteilung kam nur auf 30,6 Prozent.

Bewerber erwarten schnelleres Feedback

Die Umfrage bestätigt zudem Ergebnisse anderer Studien, nach denen Bewerber zunehmend ungeduldiger werden, was das Feedback betrifft. 71,1 Prozent der Befragten erwarten mittlerweile eine Einladung zum Vorstellungsgespräch oder eine Absage innerhalb von zwei Wochen nach der schriftlichen Bewerbung. In der Praxis meldeten sich die Arbeitgeber aber nur bei 47,5 Prozent der Bewerber innerhalb dieser Zeitspanne.

Unternehmen müssen sich vor Imageschäden hüten

Unternehmen, die auf der einen Seite ihre Kunden hofieren und dann Bewerber über den Lieferanteneingang empfangen, sollten schleunigst umdenken,

so Mathias Heese, Geschäftsführer von Softgarden. Unternehmen riskierten sonst nicht nur Absagen, sondern auch Imageschäden in Form von schlechten Bewertungen auf Arbeitgeberbewertungsportalen. (ds)

Quelle: personalpraxis24.de