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Zufrieden, doch absprungbereit

Drei von zehn Deutschen sind offen für einen neuen Job. Womit Arbeitgeber punkten können, hat eine aktuelle Studie untersucht. 
Foto: © cartho/Fotolia.de
Drei von zehn Deutschen sind offen für einen neuen Job. Womit Arbeitgeber punkten können, hat eine aktuelle Studie untersucht.
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Die Mehrheit der Berufstätigen hierzulande (83 Prozent) ist mit ihrer derzeitigen beruflichen Tätigkeit zufrieden. Aber immerhin 35 Prozent können sich noch in diesem Jahr vorstellen, eine andere Stelle anzutreten; sechs Prozent davon haben einen Wechsel sogar konkret geplant. Die Norddeutschen zeigen sich besonders flexibel, dort denken 45 Prozent über einen neuen Arbeitgeber nach. In Ostdeutschland dagegen kann sich nur jeder Vierte (25 Prozent) vorstellen, seinem Unternehmen untreu zu werden.

Wichtigste Treiber für Jobwechsel: Arbeitsatmosphäre und Vorgesetzte

Was die Arbeitnehmer am meisten motiviert, nach einer neuen Stelle Ausschau zu halten, ist eine positive Arbeitsatmosphäre – 98 Prozent geben dies an – und das Vorgesetztenverhalten, das 96 Prozent nennen. Das Gehalt folgt mit 88 Prozent auf Platz drei der Gründe. Vier von fünf Berufstätigen (81 Prozent) legen besonders viel Wert auf die Vereinbarkeit von Job und Familie; bei den Beschäftigten unter 40 Jahren sind es sogar 89 Prozent.

70 Prozent aller Befragten sagen, dass ihnen eine sinnvolle, zum Gemeinwohl beitragende Tätigkeit wichtig oder sehr wichtig ist. Gute Aufstiegschancen sind für 60 Prozent der Befragten ausschlaggebend bei der Wahl eines Arbeitgebers. Wenn es konkret um die Work-Life-Balance geht, sind flexible Arbeitszeiten für 85 Prozent aller Befragten ein besonders wichtiges Kriterium. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von > Xing durchgeführt hat. Dafür wurden diesen Monat 1.010 erwerbstätige Fach- und Führungskräfte befragt.

Unterschiedliche Prioritäten bei Männern und Frauen

Die Befragung zeigt, dass es bei der Beantwortung einiger Fragen geschlechtsspezifische Unterschiede gab. So legen von den Frauen 86 Prozent viel Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, während es bei den Männern mit 79 Prozent etwas weniger sind. Dass das Unternehmen Home Office und flexible Arbeitszeiten ermöglicht, ist den Frauen mit 87 Prozent Nennungen fast so wichtig wie die Höhe des Gehalts. Eine hohe Akzeptanz von Elternzeit für Männer im Unternehmen haben 55 Prozent aller Befragten auf ihrer Prioritätenliste. Allerdings messen 62 Prozent der Frauen diesem Kriterium eine hohe Bedeutung bei, während es bei den Männern selbst lediglich 51 Prozent sind.

Unterschiedliche Vorstellungen bestehen auch beim Thema Teilzeitarbeit. So legen im Job fast drei Viertel (72 Prozent) der weiblichen Fach- und Führungskräften viel Wert auf die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, bei ihren männlichen Kollegen sind es hingegen nur 41 Prozent.

Jeder Dritte würde für die Karriere nicht umziehen

Im Rahmen der Studie wurden die Arbeitnehmer auch nach ihrer Bereitschaft zu Mobilität befragt. Für 57 Prozent kommt es nicht in Frage, zugunsten der eigenen Karriere auf das gewohnte soziale Umfeld zu verzichten. Jeder Zweite würde für die Karriere keine Fernbeziehung in Kauf nehmen. Jeder dritte Arbeitnehmer würde einen Umzug nicht in Betracht ziehen und jeder vierte schließt eine Zeit im Ausland kategorisch aus. Auch hier zeigt sich, dass die Menschen in den neuen Bundesländern stärker heimatverbunden sind als die Bundesbürger im Westen.