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Freiraum für die Strategie? Deutsche HR-Manager im Verwaltungsdruck

Haben deutsche Personalverantwortliche Zeit für die HR-Strategie? Bild: SD Worx
Haben deutsche Personalverantwortliche Zeit für die HR-Strategie? Bild: SD Worx

Wie sehen deutsche HR-Entscheider ihre Arbeitswelt, welche Entwicklungen und Veränderungen wünschen sie sich für ihr Tätigkeitsfeld? Dies sind die Kernelemente einer aktuellen Umfrage des renommierten HR-Dienstleisters SD Worx unter Personalmanagern deutscher Unternehmen. Die Ergebnisse lassen aufhorchen.

Hätten Sie gedacht, dass rund die Hälfte der HR-Entscheider in unserem Land nicht genügend Zeit für ihr wichtigstes Betätigungsfeld hat? Ausgerechnet Personalmanagern fehlt der Raum für die Auseinandersetzung mit den Themen des strategischen HR-Managements. Dies ist die bitterste Erkenntnis aus einer Befragung deutscher HR-Manager zu Gegenwart und Zukunft des Bereiches Human Resources in deutschen Betrieben, welche der führende HR-Dienstleister › SD Worx kürzlich durchgeführt hat. Teilnehmer der Studie waren Kräfte aus dem Management und der Führungsebene privater und öffentlicher Unternehmen in Deutschland sowie aus der einschlägigen HR-Beraterszene.

Der Schlüssel zum Erfolg: Zeit für die HR-Strategie

Die Untersuchung offenbart, dass ein Drittel der befragten Manager im laufenden Tagesgeschäft nur höchstens 20 Prozent der Arbeitszeit strategischen HR-Themen widmet, ein weiteres Viertel kann hingegen für diese entscheidende Tätigkeit immerhin zwischen 41 und 60 Prozent der Zeit verwenden. Im Umkehrschluss setzen allerdings satte zwei Drittel der Probanden nur zu höchstens 40 Prozent ihrer wertvollen Schaffenszeit für den Bereich HR-Strategie ein. Ist diese Zeitverteilung womöglich frei gewählt? Mitnichten, denn die Hälfte der befragten Entscheider beantwortet die Frage nach “genug Freiraum für strategisches Management” mit einem klaren Nein – und viele darunter versuchen emsig, sich mehr Luft für strategische Dinge zu verschaffen.

Positiv ist zu vermerken, dass immerhin 30 Prozent der Personalmanager offenbar genug Zeit für strategische Themen haben. Insgesamt aber geben diese Zahlen deutliche Hinweise auf eine zu starke Orientierung des HR-Managements an den Anfordernissen des administrativen Tagesgeschäftes – und dies eindeutig zulasten notwendiger Planungs- und Denkarbeiten.

Rund ein Drittel hat tatsächlich Zeit für strategisches HR-Management; Quelle: SD Worx
Rund ein Drittel hat tatsächlich Zeit für strategisches HR-Management; Quelle: SD Worx

In diesem Zusammenhang kommt natürlich die Frage auf, wie es gelingen kann, einen Teil der Verwaltungsaufgaben effizienter zu gestalten, um die nötigen Freiräume für die essenziellen Dinge der Personalarbeit zu schaffen. Dies gelingt in der Regel am besten in der Zusammenarbeit mit einschlägigen Dienstleistern. Daher wurde abgefragt, bei welchen HR-Themen bereits eine Zusammenarbeit mit externer Hilfe existiert und in welchen dies geplant oder vorstellbar ist. Die Antworten waren durchaus spannend. So arbeiten im Bereich Payroll Services schon heute mehr als 30 Prozent der Befragten mit einem Dienstleister zusammen, weitere fünf Prozent könnten sich eine Zusammenarbeit vorstellen. Der Markt in diesem Bereich scheint also nahezu gesättigt.

Das Talent Management wird zum wichtigsten Thema

Gefragter Nachwuchs: Talent Management ist für zwei Drittel ein wichtiges Thema; Bild: SD Worx
Gefragter Nachwuchs: Talent Management ist für zwei Drittel ein wichtiges Thema; Bild: SD Worx

Anders sieht es beim Talent Management aus: Hier arbeiten erst 12 Prozent mit einem Dienstleister zusammen und fast ein Drittel der Befragten könnte sich genau dies vorstellen. Dies ist der höchste Wert unter allen abgefragten Bereichen, die Dienstleisterszene dürfte also mit Leistungen und Produkten im Bereich Talent Management das höchste Wachstumspotenzial haben.

Das Talent Management rückt auch bei einer anderen Frage mit großem Abstand an die Spitze, und zwar bei jener nach den wichtigsten HR-Themen für die kommenden Jahre. Die Antworten der befragten HR-Entscheider waren hier eindeutig: Für zwei Drittel der Probanden ist das Talent Management ganz oben anzusiedeln, mit weitem Abstand folgen Themen wie Leadership Management oder Weiterentwicklung der Unternehmenskultur:

Die dringendsten HR-Themen der kommenden Jahre; Quelle: SD Worx
Die dringendsten HR-Themen der kommenden Jahre; Quelle: SD Worx

Dieses Ergebnis bestätigt eine Entwicklung, welche in vielen Unternehmen schon heute spürbar ist. Der Wirtschaft gehen zunehmend die begabten Nachwuchskräfte aus und im “War for Talents” gewinnt am Ende derjenige mit den besten Konzepten und Angeboten.

Ein durchdachtes, modernes und attraktives Talent Management kann in den kommenden Jahren den entscheidenden Unterschied ausmachen und gerade dieses Thema sollte in jedem Unternehmen elementarer Bestandteil der HR-Strategie sein. Höchste Zeit also für das Personalmanagement, sich die dringend benötigten “Freiräume für die Strategie” zu verschaffen.