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Was Fachkräfte überzeugt: 3 Argumente, die wirklich ziehen

Obwohl die meisten Erwerbstätigen in Deutschland Fachkräfte mit und ohne Berufsausbildung sind, wurden die Employer Branding Theorie und Praxis überwiegend für die akademische Minderheit entwickelt. Herausgekommen sind wiederholte Versprechen von glanzvollen “Karrieren” in “international führenden” Unternehmen mit “flachen Hierarchien” und “Raum für Entwicklungspotenzial”. Viele Unternehmen recyceln bei der Suche nach neuen Mitarbeiter:innen die immer gleichen Leistungsversprechen, die vor allem bei Akademiker:innen funktionieren. In den allermeisten Fällen gehen sie an den Bedürfnissen von Fachkräften mit Berufsausbildung jedoch völlig vorbei. 

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Generell gilt: Fachkräfte bevorzugen handfeste und konkrete Argumente. Sie mögen keine hohlen Phrasen oder austauschbare Sätze, die sich – unabhängig vom ausgeschriebenen Job – immer wieder in ähnlicher Weise in Stellenanzeigen finden lassen. So zum Beispiel das gerne verwendete Recruiting-Argument “Bei uns können Sie Karriere machen”. Ob sich Fachkräfte in der Krankenpflege, im Handwerk oder in der Logistik wirklich mit der Aussicht auf Aufstiegschancen locken lassen? Eher nein. Nicht umsonst landet dieses Kriterium bei der Arbeitgeberwahl von Fachkräften in regelmäßigen Befragungen von meinestadt.de auf dem letzten Platz. Aber womit lassen sich Fachkräfte denn dann überzeugen? Hier sind die die drei Top-Argumente, die Sie in der Kommunikation verwenden sollen:

1. Sicherheit vermitteln

Fragt man Fachkräfte, welche Kriterien ihnen bei der Wahl des Arbeitgebers besonders wichtig sind, steht der “sichere Arbeitsplatz” an erster Stelle. Kaum ein Argument wirkt bei  Fachkräften so überzeugend wie die Aussicht auf Sicherheit im Job. Und die kann ganz unterschiedlich kommuniziert werden. Wer zum Beispiel unbefristete Arbeitsverträge und geregelte Arbeitszeiten anbietet, in einer krisensicheren Branche agiert oder eine geringe Fluktuation im Team aufweist, sollte dies im Employer Branding nutzen. Ebenso kann Sicherheit über stabile Unternehmenszahlen vermittelt werden oder sich durch sichere Ausrüstung und Arbeitskleidung sowie Sozialleistungen ausdrücken. Ein sehr unterschätztes Argument ist übrigens die “Pünktlichkeit der Gehaltszahlung”. Das mag für Arbeitgeber selbstverständlich klingen, für viele Fachkräfte ist es das nicht. Die pünktliche Gehaltszahlung schafft es bei den Kriterien zur Arbeitgeberwahl im aktuellen Fachkräftereport von meinestadt.de auf den zweiten Platz hinter dem sicheren Arbeitsplatz.

2. Sinn der Arbeit hervorheben

Das Thema “Sinn” hat in der Arbeitswelt im Zuge des sich verschärfenden War for Talents und unter frisch aufgebügelter Purpose-Flagge seit einigen Jahren wieder Konjunktur. Einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen ist aber kein akademisches Privileg, sondern auch für Fachkräfte mit Berufsausbildung höchst attraktiv. Laut Fachkräftereport von meinestadt.de finden es knapp neun von zehn Fachkräften “eher wichtig” oder “sehr wichtig” einen sinnvollen Job auszuüben, knapp 85 % würden ihren Job als sinnvoll einstufen. Und woran machen Fachkräfte den Sinn ihrer Arbeit fest? Vor allem an dem Gefühl, mit ihrer Arbeit insgesamt etwas zu bewirken und ihre Fähigkeiten und Talente in ihrem Job einbringen zu können. Auf die Frage, ob sie nach einem Millionengewinn im Lotto weiterarbeiten würden, antworten mehr als die Hälfte mit “ja”. Für die meisten Fachkräfte geht die Arbeit also über den reinen Broterwerb hinaus, sie wollen etwas Sinnvolles tun. Wer es als Arbeitgeber schafft, den Unternehmenszweck glaubhaft zu vermitteln und den ausgeschriebenen Stellen einen “echten Sinn” gibt, hat die Chance, sich von anderen Unternehmen abzusetzen.

3. Positive Unternehmenskultur

Wie kaum eine andere Zielgruppe legen vor allem Fachkräfte Wert auf Teamzusammenhalt, ein nettes Miteinander unter Kolleg:innen und eine gute Stimmung im Team. 43 %  wünschen sich eine gute Unternehmenskultur und Stimmung auf der Arbeit und 45 % finden die Beziehung zu den Kolleg:innen sehr wichtig, zeigt der Fachkräftereport. Natürlich können Arbeitgeber auf diesen Faktor nur bedingt Einfluss nehmen, dennoch gibt es Möglichkeiten das Miteinander zu fördern, zum Beispiel durch regelmäßige Teamevents, Feiern oder Gelegenheiten des Austauschs. Zu einer positiven Unternehmenskultur tragen auch die Führungskräfte maßgeblich bei. Sie sollten den Austausch untereinander fördern, stets ein offenes Ohr haben und nah an ihren Mitarbeiter:innen dran sein, um etwaige Unstimmigkeiten im Team frühzeitig zu erkennen und ausräumen zu können. In der Attraktive Jobs-Studie konnte meinestadt.de aufzeigen, dass Führungskräfte durch Vertrauensaufbau und Wertschätzung maßgeblich für eine positive Stimmung sorgen können.

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