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New Hiring – ein neues Recruiting-Zeitalter beginnt

Die Rahmenbedingungen sind längst abgesteckt: Das Eintreten von Generation Y und X in die Arbeitswelt sowie das allmähliche Ausscheiden der Babyboomer aus dem Arbeitsprozess mischen den Arbeitsmarkt gerade kräftig auf. Der Wertewandel ist unübersehbar. Die „Jungen“ sind dabei, die Arbeitskultur in allen Bereichen maßgeblich zu verändern und setzen den Standard für ein New Normal: finanzielle Absicherung ist wichtig – Wertschätzung allerdings ist wichtiger.

Nur einen Klick entfernt

Hinzu kommt die Digitalisierung, letztendlich befeuert von der Corona Pandemie. In mehrfacher Hinsicht waren Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren gezwungen, sich in Rekordgeschwindigkeit zu modernisieren und aufzurüsten. Entwicklungen, die normalerweise Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte benötigen, wurden quasi über Nacht gestemmt – Stichwort Homeoffice, Videobewerbungen, etc.

Die Konsequenz daraus klingt folgerichtig – diese neue Arbeitskultur erfordert auch ein neues Verständnis von Recruiting. Und damit ist nicht einfach nur ein digitaler Bewerbungsprozess gemeint. Denn wenn der nächste interessante Arbeitsplatz kaum einen Klick weit entfernt ist, bedarf es mehr als rein technischer Lösungen.

New Hiring für den kulturellen Fit

Was es tatsächlich braucht, ist das, was New Hiring genannt wird. New Hiring folgt den Grundsätzen von New Work und übersetzt sie in zukunftsfähige Konzepte, Methoden und Tools, um in der neuen Arbeitswelt die richtigen Mitarbeiter·innen zur richtigen Zeit zu finden.

Dahinter steht eine Strategie, die den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Im Idealfall sollten Jobsuchende bereits beim ersten Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern einen initialen Cultural Fit-Abgleich machen können.

New Hiring – Lösungen für das Recruiting von morgen. (Foto: gettyimages.de)

Hohe Wechselbereitschaft

Wie willig Arbeitssuchende von heute sind, ihre Jobsituation zu überdenken und auch entsprechende Konsequenzen zu ziehen, zeigt eine von XING E-Recruiting beauftragte forsa Untersuchung. An der repräsentativen Online-Befragung im Januar 2022 nahmen 2.523 Arbeitnehmer·innen und 400 Personalentscheider·innen in Unternehmen ab 50 Beschäftigten in der D-A-CH-Region teil.

Allein in Deutschland gaben 37 Prozent der Befragten an, offen für einen Wechsel zu sein. 2021 waren es noch 32 Prozent. Vor allem bei Frauen ist die Wechselbereitschaft deutlich gestiegen. Für das Jahr 2022 signalisierten 38 Prozent deutliches Interesse an einem Jobwechsel, 2021 waren es erst 32 Prozent.

Bewerbungsprozess schnell auf den Punkt

Wie lässt sich nun diesem Phänomen begegnen, das immaterielle Kriterien wie Führungsstil, Transparenz oder Work-Life-Balance mitunter wichtiger für den Entscheidungsprozess macht, als die rein monetäre Situation?

Wenn New Hiring postuliert, die individuellen Erwartungen der Arbeitssuchenden in den Mittelpunkt zu stellen, muss dieser Ansatz natürlich bereits von Beginn an greifen. Klassisches Beispiel ist die Stellenanzeige: Schlichtweg „out“ ist die übliche Kandidat·innen-Wunsch- und Anforderungsliste. Vielmehr sollte das Jobinserat wie ein Schaufenster sein, in dem sich das Unternehmen authentisch präsentiert.

Und danach? Wer sich offene Kommunikation auf Augenhöhe mit dem neuen Arbeitgeber wünscht, erwartet gleichzeitig eine Kommunikation, die schnell zum Ziel kommt. Konkret bedeutet das für den Bewerbungsprozess:

  • Kontaktmöglichkeiten so einfach wie möglich halten
    Das gilt nicht nur für das Abgeben einer Bewerbung, sondern auch für das spätere Kommunizieren mit den Talenten.
  • Unkomplizierte Bewerbung
    Je größer der Aufwand, desto höher ist die Quote der Abbrecher·innen.
  • Schnelles Feedback
    Wer sich bewirbt, erwartet zu Recht schnell eine Antwort. Immerhin bewerben sich Arbeitssuchende meist auf mehrere Stellen gleichzeitig.
  • Reden, reden, reden
    Jede·r Jobsuchende will wissen, wie das Unternehmen tickt. Gespräche mit echten Menschen, die dort arbeiten, insbesondere Führungspersonen, sagen mehr als jede Hochglanzbroschüre.
  • Authentisch sein
    Nichts beschönigen, nichts schwarz reden, sondern einfach ehrlich über die kommende Arbeitssituation kommunizieren.
  • Kontakt halten
    Auch wenn es diesmal nicht passen sollte – es schadet nie, Kontakt zu halten. Man weiß ja nie, in Zeiten wie diesen….

Lesen Sie mehr darüber, welche Faktoren und Anreize aktuell das Wechselverhalten von Arbeitnehmer·innen bestimmen, untermauert mit Zahlen und Fakten aus der aktuellen forsa Studie. Erfahren Sie außerdem, was sich hinter dem Trend-Thema NEW HIRING verbirgt der NEW HIRING Report 2022.