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Jugendliche zieht es zu Polizei und Bundeswehr

Schüler in Deutschland wurden wieder danach gefragt, bei welchem Unternehmen sie am liebsten arbeiten möchten. Wie in den Vorjahren steht die Polizei an erster Stelle. Der öffentliche Sektor wird generell beliebter, während die Automobilindustrie nicht mehr so hoch in der Gunst der jungen Menschen steht.

Polizistin und Polizist von hinten
Der beliebteste Arbeitgeber bei deutschen Schülerinnen und Schülern ist die Polizei.
Foto: © Tobias Arhelger-stock.adobe.com

Die Polizei ist sowohl für Jungen als auch für Mädchen hierzulande der beliebteste Arbeitgeber. 17,4 Prozent würden dort gern tätig sein; 2019 waren es mit 17,7 Prozent nur etwas mehr. An zweiter Stelle mit 13,2 Prozent steht für beide Geschlechter die Bundeswehr, sie ist als Wunscharbeitgeber gegenüber dem letzten Jahr (12,2 Prozent) aufgestiegen. Damit hat die Bundeswehr Adidas auf den dritten Platz verdrängt. Der Sportartikelhersteller ist dieses Jahr der größte Verlierer und steht nur noch mit 9,6 Prozent auf der Wunschliste; 2019 waren es noch 13,9 Prozent. Das geht aus dem aktuellen > Trendence Schülerbarometer hervor, für das 22 212 Schüler der Klassen 8 bis 13 befragt wurden. Die Umfrage fand noch vor der Corona-Krise statt.

Jeder dritte Schüler möchte im Öffentlichen Dienst arbeiten

Insgesamt streben fast ein Drittel aller Befragten (32 Prozent) eine berufliche Laufbahn im Öffentlichen Dienst an, von den Mädchen sind es sogar 34,5 Prozent. So schaffte es das Deutsche Rote Kreuz mit acht Prozent (gegenüber 6,1 Prozent im vergangenen Jahr) auf den sechsten Rang und der Zoll mit 7,5 Prozent (2019: 7,6 Prozent) auf den siebten Platz.

Nur noch drei Automobilhersteller in den Top Ten

Auf den Plätzen vier und fünf rangieren die Automobilhersteller BMW mit 8,3 Prozent (noch 9,7 Prozent in 2019) und Daimler mit ebenfalls 8,3 Prozent (im letzten Jahr waren es noch 10,4 Prozent). Microsoft steigt von Platz elf auf Platz acht auf und konnte sich von sechs Prozent im Vorjahrauf 7,2 Prozent verbessern. Rang neun sicherte sich Porsche mit 6,6 Prozent (gegenüber 7,5 Prozent im letzten Jahr) und auf den zehnten Platz kam die Lufthansa mit 5,9 Prozent (6,3 Prozent in 2019). Audi, Volkswagen und Ford schafften es nicht in die Top Ten. Insgesamt würden noch 28,4 Prozent der Jungen gern bei einem Automobilkonzern arbeiten, während es bei den Mädchen nur 8,1 Prozent sind. Der Trend ist aber insgesamt rückläufig.

Traditionelle Bewerbungsveranstaltungen am beliebstesten

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Schüler am liebsten traditionelle Bewerbungsveranstaltungen nutzen, um mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen: Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) haben bereits daran teilgenommen. Soziale Netzwerke sind weniger beliebt für die Kommunikation mit Unternehmen. Zwar würden 78,1 Prozent dafür WhatsApp nutzen, aber Instagram käme nur noch für 34,9 Prozent infrage und Dienste wie Snapchat (2,5 Prozent) oder TikTok (0,8 Prozent) sind so gut wie gar nicht relevant.

Gefragt danach, was ihnen beim Berufseinstieg am wichtigsten ist, nannten mit 61,7 Prozent die meisten Schüler einen fairen Bewerbungsprozess. Nette Kollegen sind mit 60 Prozent ebenfalls von Bedeutung, dicht gefolgt von einem fairen Gehalt und einer sinnvollen Tätigkeit mit jeweils 59,2 Prozent der Nennungen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.