Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Social Recruiting – verfügbar, vernetzt, verkannt?

Täglich stehen Recruiter vor der Herausforderung, neue Mitarbeiter für ihr Unternehmen zu gewinnen. Eine Aufgabe, die in manchen Fällen unlösbar erscheinen mag. Schon zu Beginn der Suche stellt sich daher die Frage, wie sich möglichst schnell die besten Kandidaten für eine Stelle finden lassen. Mit zahlreichen Angeboten wie Jobboards, Headhuntern und digitalen Tools eröffnet sich Recruitern im War for Talents eine große Bandbreite an Instrumenten – alle Anbieter suggerieren großen Erfolg auf der Suche nach den Top-Kandidaten. Doch welcher Weg führt schließlich zur schnellsten Besetzung mit den am besten geeigneten Kandidaten?

Stark umworbene Fachkräfte werden überflutet von Angeboten über Business-Netzwerke und sind sich ihrer Position auf dem Arbeitsmarkt bewusst. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Jobbörsen nach attraktiven Stellenangeboten durchsuchen, ist dementsprechend gering. Recruiter wagen somit einen Schritt ins Ungewisse, wenn sie Geld für Jobboards oder Headhunter aufwenden. Können diese externen Maßnahmen den entscheidenden Ausschlag liefern, um Kandidaten von einem Unternehmen zu überzeugen?

Programme zur Mitarbeiterempfehlung

Genau an dieser Stelle setzen Mitarbeiterempfehlungsprogramme an. Sie konzentrieren sich auf die Netzwerke der eigenen Mitarbeiter – einen Talentpool, der in jedem Unternehmen vorhanden und trotzdem häufig ungenutzt ist. Die eigenen Fachkräfte haben vielleicht noch Kontakt zu einstigen Kommilitonen, ehemaligen Arbeitskollegen oder kennen Experten, die in ihrem aktuellen Job unzufrieden sind. Werden Kandidaten von Personen aus ihrem eigenen Bekanntenkreis angesprochen, entsteht ein persönlicher Kontakt ins Unternehmen. Auf diesem Weg werden auch potenzielle Kandidaten erreicht, die nicht aktiv auf Jobsuche sind. Die eigenen Mitarbeiter können authentische Einblicke in den Arbeitsalltag geben, ohne auf leere Floskeln aus dem Personalmarketing setzen zu müssen.

Talentry Empfehlungssoftware
Talentry bietet eine Empfehlungssoftware an, mit der Mitarbeiter zu Social Recruitern werden können.

Das Münchner Unternehmen › Talentry, Anbieter einer Empfehlungssoftware hat die Reichweite von Mitarbeiternetzwerken anhand aktueller Kundendaten ausgewertet: Ein registrierter Nutzer hat durchschnittlich 341 individuelle Kontakte in seinen beruflichen und sozialen Netzwerken. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Reichweite von 15,9 Millionen Personen pro Unternehmen – die Reichweite von Jobbörsen hingegen liegt laut aktueller Studien bei rund 3,2 Millionen Jobsuchenden. Neben enormen Kosteneinsparungen gegenüber Jobboards und Headhuntern kann Talentry vor allem mit der Passgenauigkeit der Kandidaten punkten: Die Erfolgsquote der Bewerbungen liegt bei › 58 Prozent, im Vergleich werden über Talentry somit knapp 30 Prozent mehr Kandidaten eingestellt.

Recruiter aus den eigenen Reihen

Diese hohe Trefferquote zeigt, dass das Prinzip von Empfehlungsprogrammen aufgeht. Mit seiner Empfehlung spricht sich ein Mitarbeiter dafür aus, dass er von der Eignung des Kandidaten überzeugt ist. Er hat bereits abgewägt, ob sein Kandidat zur Unternehmenskultur und den geforderten Aufgaben passen könnte. Kandidaten, die durch die Empfehlung auf eine Stelle aufmerksam geworden sind, können ihrerseits prüfen, ob es passt. So haben sie beispielsweise die Möglichkeit, ihren persönlichen Kontakt zu den geforderten Aufgaben, dem Arbeitsklima oder den Unternehmensleistungen zu befragen. Durch diesen Informationsvorteil können sie grundlegend entscheiden, ob die Stelle und das Unternehmen zu ihnen passen.

Stellen empfehlen mit dem Smartphone
Auch von unterwegs aus können unternehmenseigene Stellen in das persönliche Netzwerk geschickt werden.

Mitarbeiterempfehlungen sind eine wertvolle Ressource für die Gewinnung von Top-Kandidaten. Es handelt sich um ein Potenzial, das in jedem Unternehmen steckt und das zum starken Recruiting-Tool werden kann. Vor der Auswahl der passenden Kanäle und Tools sollten sich Unternehmen deshalb die Frage stellen, ob und wie sie die eigenen Mitarbeiter ins Recruiting einbinden könnten. Denn die Experten für stark spezialisierte Anforderungsprofile sitzen in den Fachbereichen selbst. Mit der passenden Unterstützung durch Netzwerke, Tools und eigene Spezialisten stehen Recruiter nicht mehr völlig allein vor der Herausforderung, neue Mitarbeiter zu gewinnen – und kommen der Lösung der Aufgabe näher.

Autorin: Lena Fürchow, Marketing Manager Talentry GmbH