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Digitales und hybrides Onboarding: Gekommen, um zu bleiben

Was noch vor kurzem als unmöglich galt, ist heute Realität: In vielen Büros herrscht aufgrund der Pandemie gähnende Leere. Remote Work und Homeoffice sind zur Normalität geworden. So gestaltet sich auch die Einarbeitung neuer Mitarbeitenden anders als früher. Welche Lessons Learned lassen sich bereits jetzt aus dem aktuell rein digitalen Onboarding in ein hybrides Onboarding im “New Normal” mitnehmen?

Social Learning auch digital integrieren

Team-Meetings funktionieren auch virtuell. 
© fizkes
Team-Meetings funktionieren auch virtuell.
© fizkes

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass eine gelungene Onboarding Journey nicht nur aus dem Kennenlernen fachlicher Aspekte besteht, sondern dass den sozialen Aspekten eine mindestens genauso große Bedeutung zukommt. Genau hier liegt in der virtuellen Welt die größere Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass in einer digitalen Welt Unternehmenswerte und -ziele den gemeinsamen Nenner der Mitarbeitenden bilden müssen, da sich ein Zusammenhalt nur schwer entwickeln kann.

Dies kann aber durch einfache Maßnahmen wie eigene MS-Teams-Gruppen für neue Mitarbeitende gelingen, die in das Learning Management System (LMS) integriert werden. Dort können neue Angestellte kollaborativ arbeiten und lernen.

Wichtig auch: Ermutigen und fördern Sie neue Mitarbeitende, indem Sie sie mit ihrer vorhandenen Expertise beitragen lassen (Contribution), etwa mit einem Impulsvortrag im Teammeeting. Dies funktioniert sowohl analog als auch virtuell.

Gezielte Einarbeitung mittels individueller Lernpfade

Interaktive (Quiz)-Spiele helfen bei der individuellen Einarbeitung. 
© imc
Interaktive (Quiz)-Spiele helfen bei der individuellen Einarbeitung.
© imc

Zwar verfügen bereits zahlreiche Unternehmen über ein LMS, allerdings verfolgen viele Firmen hier noch einen “One-size fits all” Ansatz bei der Einarbeitung. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Technologie und setzen Sie stattdessen individuelle, auf den Mitarbeitenden zugeschnittene Lernpfade auf, sodass er mit passgenauen Handlungs- und Problemlösungskompetenzen ausgestattet werden kann.

So können neue Mitarbeitende ihr Wissen mittels WBTs, interaktiven Quizzes oder Lernkarten gegenchecken und dem System zurückmelden, was sie bereits wissen. Mit adaptiven Lernpfaden werden die für sie passenden Trainingsmodule ausgesucht.

Ein Beispiel: Hat ein neuer Kollege bereits vor Arbeitsbeginn eine Erste-Hilfe Schulung absolviert, kann er diesen Nachweis ins LMS hochladen und muss die Schulung bei Arbeitsbeginn nicht noch einmal absolvieren. Die Vermeidung solch doppelter Schulungen sparen sowohl Geld als auch Zeit. Zudem senden sie das wichtige Signal, dass der Neue persönlich wahrgenommen wird. Ein essenzielles Element, um Absagen neuer Mitarbeitenden in der Probezeit entgegenzuwirken.

Auch bereits im LMS existierende “On the Job” Trainingsmodule erlauben es Angestellten, sich neue Inhalte in ihrem eigenen Lerntempo und nach persönlichem Bedarf anzueignen und bieten zudem eine Arbeitserleichterung für Führungskräfte. Der neue Azubi kann beispielsweise die Ergebnisse bestimmter Projekte seiner Einarbeitung dokumentieren und dem Chef etwa ein Foto eines gefrästen Werkstücks zukommen lassen.

Firmenkultur schnuppern: Gerne analog!

Kommen wir zu den Aspekten, die in einem hybriden Onboarding-Prozess am besten analog funktionieren. Hierzu gehörten definitiv die aktive Einbindung und Aktivierung der Lernenden, gerne durch spielerische Komponenten. Veranstalten Sie bei Mitarbeiter-Events eine Schnitzeljagd übers Firmengelände, bei der QR-Codes an bestimmten Punkten gefunden werden müssen und die Challenges beinhalten. Diese dürfen auch weniger ernst sein “Frag den Koch in der Kantine nach dem Rezept für die Curry-Sauce”. So “beschnuppern” die neuen Mitarbeitenden die Unternehmenskultur und lernen, wie der neue Arbeitgeber “tickt”.

Die Mischung macht’s: Der Weg zum hybriden Onboarding

Auch wenn Unternehmen aktuell gezwungenermaßen auf digitales Onboarding setzen müssen, empfiehlt Kirsten Wessendorf, Expertin für digitale Lernstrategien, imc, langfristig eine hybride Lösung auszurollen. “Man kann nicht sagen, dass digitales oder analoges Onboarding per se schlechter oder besser ist. Es gibt Themen und Bereiche, in denen es absolut sinnvoll ist, vor Ort mit Menschen in direkten Austausch zu kommen. Mentoring- oder Feedbackgespräche, Hands-on-Workshops oder Peer-to Peer Coachings sind solche Beispiele. Andererseits können Standard-Trainings, wie Compliance Schulungen oder Technikwissen problemlos online abgebildet werden. Auch virtuelle Assistenten können eine tolle Hilfe dabei sein, mit neuer Software klar zu kommen. Darum plädiere ich für eine ausgewogene Mischung und kluge Auswahl, um das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen.”

Autor: Kirsten Wessendorf, Expertin für digitale Lernstrategien, imc