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Response, Return, Reinvent – die neue Arbeitswelt gestalten

Die neue Arbeitswelt sinnvoll gestalten – ein Balance-Akt /
Foto: © Casey Horner /Unsplash
Die neue Arbeitswelt sinnvoll gestalten – ein Balance-Akt /
Foto: © Casey Horner /Unsplash

Lange haben wir über New Work geredet: Ein Thema, das viel Phantasie, aber wenig Wirkung in der Breite erzeugt hat. So blieb es in vielen Unternehmen bei tradierten Arbeitsweisen und einer entsprechenden Arbeitskultur.

Und dann kam Covid-19 wie ein Tsunami und spülte uns von jetzt auf gleich in die Home-Offices. Wir haben gemerkt, dass es funktioniert – doch bei der
Ausgestaltung ist noch Luft nach oben. Auf Lange Sicht werden passende
Rahmenkonzepte benötigt, um die neue Arbeitswelt erfolgreich im Unternehmen zu
etablieren.

Von heute auf morgen in der neuen Arbeitswelt

Aus Sicht vieler Mitarbeitenden ist flexibles Arbeiten schon lange eine Top-Präferenz. Stand man dem Thema aus Leitungs-Sicht bis zum Frühjahr 2020 skeptisch gegenüber, hat Covid-19 Fakten geschaffen und gezeigt was geht.

“Zoom-Fatigue”

Buchstäblich über Nacht gelang den meisten Unternehmen der Sprung in die virtuelle Arbeitswelt. Aber viele alte, tradierte Arbeitsweisen wurden lediglich in den digitalen Raum übertragen: Langatmige virtuelle Meetings reihen sich aneinander und zeugen von ineffizienten Prozessen. Dazu kommt die Erosion von Teamgefühl und sozialem Zusammenhalt. Stattdessen sollten wir Prozesse, Gremien- und Meeting-Strukturen überdenken und neu ausrichten, um unsere Zusammenarbeit deutlich dynamischer und effizienter zu machen.

Führung in der Krise

Und die Führungskräfte? Sieben Monate nach Beginn des ersten Lockdowns werden Ermüdungserscheinungen sichtbar. Die Produktivität sinkt mit der Stimmung und plötzlich wird der Ruf nach mehr Kontrollmöglichkeiten lauter als je zuvor. Dabei war Kontrolle auch in der alten Arbeitswelt zumeist eine Illusion. Anstatt also jetzt zu versuchen Arbeitszeiten zu kontrollieren, sollten wir Nähe und Transparenz schaffen.

Smart Office Spaces und die “2-Tage-Regel”

Die Etablierung mobilen Arbeitens wird natürlich große Auswirkungen auf klassische Büroarbeitsplätze haben. Notwendig wird eine Transformation zu “Smart Office Spaces”, die flexibel genutzt werden können und die Zusammenarbeit, Austausch und soziale Interaktion ermöglichen. Das schließt nicht aus, dass sich über die Reduzierung der Infrastrukturkosten langfristig ein Business Case rechnet.

Der Startpunkt: Was ist gewünscht, was ist möglich und was ist sinnvoll?

In einem ersten Schritt gilt es die Präferenzen der Mitarbeitenden zu flexiblem Arbeiten zu verstehen und in Präferenztypen zusammenzufassen. Gleichzeitig werden die Rollen in der Organisation mit Blick auf ihre Arbeitsschwerpunkte und die Flexiblisierungs-Möglichkeiten aggregiert. Aus dem was gewünscht ist und dem, was möglich ist, gilt es sinnvolle und robuste Regeln abzuleiten.

Halt finden und Umsetzung planen / Foto: © Cade Prior/Pexels
Halt finden und Umsetzung planen / Foto: © Cade Prior/Pexels

Halt finden: Rahmenkonzept definieren und Umsetzung planen

Die wesentlichen Dimensionen für die Gestaltung der Arbeitswelt der Zukunft sind die Arbeits- und Führungskultur, Organisation, Methoden und Tools, Infrastruktur, Kompetenzen und das Arbeitsrecht. In diesen Feldern gilt es, Zielbilder zu entwickeln und zu einem Rahmenkonzept zusammenzufassen. Aus dem Gap zum aktuellen Status lässt sich die Roadmap zur Umsetzung ableiten.

Erster Meilenstein: Die Guideline für flexibles Arbeiten

Verbindlichkeit und Transparenz schaffen Vertrauen in unsicheren Zeiten. Eine Guideline für den Umgang mit flexiblen Arbeitsformen kann in kurzer Zeit die wesentlichen Fragen aller Beteiligten im Unternehmen beantworten. Dabei muss auch die Frage adressiert werden, wie flexible Arbeitslösungen für Mitarbeitende zum Beispiel in der Produktion oder auf der Verkaufsfläche geschaffen werden.

Autoren: Kai Anderson (Partner Mercer | Promerit) und Sebastian Unterreitmeier (Manager Mercer | Promerit)

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