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HRocks – worauf es jetzt ankommt: New Work Masterskills

Swantje Allmers und Michael Trautmann
Swantje Allmers und Michael Trautmann, Keynote-Speaker auf HRocks Human Resources Congress & Expo (Foto: © New Work Masterskills GmbH).

New Work: Modewort oder Philosophie?
Michael Trautmann: Beides. Und genau das macht es so schwer, eine allgemein akzeptierte Definition zu geben. Für viele fängt New Work schon mit dem Tischkicker, den lustigen Sitzmöbeln und Hunden im Büro an. Auf der anderen Seite steht die Utopie von Frithjof Bergmann, der Anfang der 1980er Jahre die New Work Bewegung begründet und eine Notwendigkeit beschrieben hat, einen dritten Weg neben dem Kapitalismus und dem Sozialismus zu beschreiten, die er beide für gescheitert erklärt hat.

Ist New Work nicht nur ein Thema für einen sehr ausgewählten Kreis von Menschen?
Swantje Allmers: Das mag aktuell so aussehen, weil auch die Corona-Krise den Blick vor allem auf das klassische Büro und die sogenannten Wissensarbeiter*innen gelenkt hat. Wenn wir New Work auf das Thema Remote oder Hybrid Work beschränken, dann bleibt es ein Nischenthema und wir springen zu kurz. Den Ursprung hatte die New Work Begegnung in einer Autofabrik, wo es um die Entlassung von 50 Prozent der Mitarbeiter*innen ging. Frithjof Bergmann hat damals in Flint Michigan gemeinsam mit den Gewerkschaften und dem Management von General Motors vereinbart, dass niemand entlassen werden musste. Stattdessen haben alle 50 Prozent weniger gearbeitet und Frithjof Bergmann und sein Team haben in Workshops und Projekten dafür gesorgt, dass die Menschen neue Perspektiven bekommen.

Erleben Sie die Experten live on stage!

Keynote: Dr. Michael Trautmann und Swantje Allmers New Work Masterskills
HRocks Human Resources Congress & Expo | 22.–24.11.2021 | Congress Center Düsseldorf

Ticket HRocks-Hauptevent vom 23.-24.11.2021: Aktionspreis von: 999 Euro und zusätzlich exklusiv 15 Prozent Rabatt für HR Performance-Leser mit dem Code: PERSONALWIRTSCHAFT
Zusatzticket HRocks Intensive Workshop am 22.11.2021: Optional buchbar für den Last-Minute-Preis von 420 Euro 

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Wie fange ich heute an, mich als Person dem Thema zu nähern?
Trautmann: Das ist eine gute Frage, denn viele Menschen warten ab, was denn ihr jeweiliges Unternehmen hier anbietet. Sinnvoll ist es aber in jedem Fall bei sich selbst anzufangen. Wir glauben, dass es nie so wichtig war, sich in Selbstreflexion zu üben. Wie beurteile ich meine eigene Situation? Bin ich glücklich? Kann ich meine Stärken in meine Aufgabe einbringen? Fühle ich so etwas wie Erfüllung oder Sinn bei meiner Arbeit? Falls nein, was fehlt mir? Sorge ich für Ausgleich? Lerne ich? Sehe ich eine Perspektive? Was hält mich davon ab, zu zeigen, was in mir steckt? Wer oder was steht mir dabei im Weg, wo stehe ich mir selbst im Weg?

Warum müssen sich Unternehmen dem Thema stellen und was genau können sie machen?
Allmers: Weltweit zeigen Studien Jahr für Jahr wieder, dass immer Menschen sich bei der Arbeit nicht so einbringen können, wie sie es gerne würden. Die Folge ist, dass der Anteil der Menschen, die innerlich kündigen, zunimmt. Hinzu kommen der Kampf um die besten Talente und die Notwendigkeit, Berufsbilder immer wieder anzupassen. Die Geschwindigkeit dieser Veränderungen wird durch die Digitalisierung und den technischen Fortschritt auf vielen Gebieten weiter zu nehmen. Es gibt nicht den einen richtigen Ansatzpunkt. Es gibt gute Beispiele, wo Unternehmen den Prozess strukturiert angehen und andere Beispiele, wo Impulse aus der Belegschaft den Startpunkt setzen. Die Ansätze können dabei bei der Stärkung des Individuums liegen, bei neun Organisationsformen, bei agilen Arbeitsmethoden und bei der Nutzung von Tools. Oft ist der Einstieg auch die Auseinandersetzung mit dem Purpose. Unilever zum Beispiel führt diese Diskussion auf mehreren Ebenen. Es gibt einen Purpose für das Gesamtunternehmen und für jede Marke. Es gibt außerdem Seminare, bei denen die Mitarbeiter*innen dabei unterstützt werden, ihren persönlichen Purpose zu finden. Das Unternehmen geht dabei bewusst das Risiko ein, dass ein Teil der Belegschaft, die das Seminar absolviert, für sich feststellt, dass Unilever nicht zu ihnen passt.

Welche Rolle spielt Bildung dabei?
Trautmann: Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle. Es fängt in den Schulen an und wenn wir uns Länder wie Finnland oder Neuseeland anschauen, dann gibt es bereits großartige Beispiele. In Neuseeland sollen Kinder bereits in der Schule lernen, sich selbst zu managen. Darunter beschreibt das Bildungsleitbild die Fähigkeit, sich Ziele zu stecken, Pläne zu schmieden, sich selbst zu motivieren und zu wissen, wann man anführen, wann man folgen muss und wann es am besten ist, sich unabhängig von anderen zu machen. Entwickelt wurde dieses System unter der Einbindung von 15.000 Bürger:innen. Menschen, die mit einem solchen Bildungsideal ins Erwerbsleben treten, sind auf die Zukunft der Arbeit vorbereitet. Wenn dann die Unternehmen begreifen, dass lebenslanges Lernen kein Buzzword sein darf, ist schon viel gewonnen.

Warum seid ihr auf HRocks dabei?
Trautmann: HRocks, der erweiterte DALK, holt die Branche mit einem ganz neuen Kongress-Format ab. Hier wird die zunehmende Wichtigkeit von HRlern gewürdigt, ihre Fragen und Themen stehen im Fokus, großartige Experten kommen hier auf die Bühne. Da wollen wir dabei sein.

Anfang 2022 erscheint das Buch “On The Way To New Work – Wenn Arbeit zu etwas wird, was Menschen stärkt” von Swantje Allmers, Michael Trautmann und Christoph Magnussen im Vahlen Verlag. Es ist bereits jetzt vorbestellbar.

Das erwartet Sie auf HRocks
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Lösungen von HR Expert:innen, Out-of-the-box-Denker:innen und ‚bunten Hunden‘ der Szene
Sechs Bühnen und rund 80 Vorträge und Workshops
Hochkarätige Fach-Ausstellung
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