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Generation lost? – Azubigewinnung in der Pandemie

Jugendlicher mit Mund-Nasen-Schutz
Berufsorientierung unter Corona ist eine Herausforderung (Foto: © Jonas Jaeken / Unsplash)

Als besonders effektiv und hilfreich beschrieben Schüler:innen dabei Praktika, Gespräche mit Azubis in dem jeweiligen Beruf, Betriebsbesichtigungen und Ausbildungsmessen. Also Maßnahmen, die es ermöglichen, einen realen Einblick in das Unternehmen und die Tätigkeiten zu gewinnen. Unter Corona bestätigt sich, wie wertvoll diese Maßnahmen tatsächlich sind. Denn seit sie wegen der Kontaktbeschränkungen nicht mehr angeboten werden konnten, können beide Parteien nicht mehr so einfach zueinander finden: Die einen wissen nicht mehr, was beruflich möglich ist und wofür sie sich entscheiden sollen. Die anderen haben weniger Touchpoints, um von sich und ihrem Unternehmen zu überzeugen.

Hinzu kommt: Schulen sind momentan nicht in der Lage, das fest im Lehrplan verankerte Thema der Berufsorientierung umzusetzen, weil Regelunterricht und prüfungsrelevante Fächer im coronagebeutelten Schulalltag absolute Priorität haben. Sie fallen als wichtige Multiplikatoren also weg.

Corona verschärft die Ausbildungssituation

Die Corona-Pandemie hinterließ bereits 2020 tiefe Spuren im Ausbildungsmarkt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) verzeichnete einen durchschnittlichen Rückgang an Ausbildungsverträgen von elf Prozent. Manche Branche war besonders stark betroffen. So gab es bis zu 36 Prozent weniger Ausbildungsanfänger unter den Veranstaltungskaufleuten und ganze 60 Prozent  weniger im Tourismus.

Gut die Hälfte der 18- bis 30-Jährigen glaubt, dass die Chancen einer guten Ausbildung durch die Pandemie schlechter geworden sind.

Judith Strücker
Judith Strücker ist Geschäftsführerin der Einstieg GmbH und leitet die hauseigene Agentur Jugendstil. Sie berät Unternehmen, Hochschulen und Kammern bei der Ansprache der GenZ und der Gewinnung von Azubis und Studierenden. (Foto: privat)

Corona trifft vor allen Dingen die sozial benachteiligten Schüler:innen. Diejenigen, die zu Hause wenig Unterstützung beim Lernen erfahren, auf wenig Raum nicht die nötige Ruhe im Homeschooling finden oder auch technisch nicht optimal ausgestattet sind. Und so geht on top auch noch die Schere derer, die mit guten Noten abschließen, und jenen, die mit schlechten auf Ausbildungsplatzsuche gehen, weiter auseinander. Das Mittelfeld wird kleiner.

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt

Wie kompensiert man die fehlenden Schnittstellen, wenn Live-Kontakte nicht möglich sind? Wie wird man sichtbar, um den passenden Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen? Und wie orientieren sich Jugendliche derzeit in Sachen Beruf?

Wir geben Ihnen 4 Tipps für Ihr Recruiting trotz Corona:

  1. Recruiting Website optimieren
    Wenn Sie live nicht in Kontakt treten können, bleibt Ihnen zumindest der digitale Weg. 84 Prozent der Jugendlichen googeln auf der Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten. Ihre Karriereseite ist also höchstwahrscheinlich der erste Eindruck, den Sie von Ihrem Ausbildungsbetrieb vermitteln. Es lohnt sich, diesen Auftritt daraufhin abzuklopfen, ob er suchmaschinenoptimiert und ansprechend genug für die digitalaffine GenZ ist. Wie steht es um die Usability? Digital Natives haben keine Geduld mit kryptischer Navigation und umständlich auffindbaren Informationen.
  2. Videocontent is King
    Die GenZ liebt Bewegtbilder. YouTube ist neben Google ihre Suchmaschine. Wenn Sie live keine Einblicke geben können, nutzen Sie Videos, um zu zeigen, wie es bei Ihnen aussieht, und lassen Sie echte Azubis zu Wort kommen. Kurze hochformatige Video-Schnipsel können Sie auch für Instagram und Co. einsetzen und so mehrfach verwerten.
  3. Digitale Events nutzen
    Auch wenn die Besucherzahlen mit denen von Live-Events nicht vergleichbar sind, haben Sie mit › Online-Events zu Ausbildung und Studium die Möglichkeit Ihr Angebot zu präsentieren, als regionales Ausbildungsunternehmen sichtbar zu werden und mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Mit Vorträgen und Präsentationen gewinnen Sie die Aufmerksamkeit der Besucher:innen.
  4. Bereiten sie sich auf “Nach-Corona” vor.
    Das Ende der Pandemie ist in Sicht. Wenn erste › Ausbildungsmessen wieder live möglich sind, werden weiterhin Abstände eingehalten werden müssen. Denken Sie jetzt schon darüber nach, wie Sie Ihren Live-Auftritt trotz Abständen und Kontaktbeschränkungen erlebnisreich gestalten können.

Sie brauchen › Unterstützung beim Check Ihrer Recruiting Website oder sind sich nicht sicher, ob Ihre Ansprache bei der GenZ im Herzen und im Kopf ankommt? Wir helfen Ihnen gerne weiter! Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Agentur › Jugendstil.