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Organisationale Ambidextrie: Beidhändige Führung

Andreas Müller
Andreas Müller, Associate Partner, Norecu Executive Search GmbH (Foto: © Norecu Executive Search GmbH).

Der Begriff der organisationalen Ambidextrie (wörtlich: “Beidhändigkeit”) wurde 1976 durch den amerikanischen Organisationsdesigner Robert B. Duncan erstmalig erwähnt und bezeichnet die Fähigkeit von Organisationen, gleichermaßen sowohl effizient als auch innovativ beziehungsweise flexibel zu sein, das heißt durch die Nutzung von zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen mit den dynamischen und komplexen Umweltanforderungen und Entwicklungen am Markt umzugehen.

Nach O’Reilly und Tushman bedeutet dies, zum einen durch Verbesserung und Effizienzsteigerung bestehende Prozesse zu optimieren (Exploitation) und zum anderen durch Experimentieren und flexibles Handeln neue Geschäftsbereiche zu erschließen (Exploration). Bei der Exploitation geht es um Effizienz, Produktivitätssteigerung, Kontrolle und Sicherheit. Demgegenüber versucht die Exploration durch Innovation und die Entwicklung neuer Möglichkeiten auf die Dynamik und Komplexität der Märkte zu reagieren und so das langfristige Überleben der Organisation zu sichern.

Aktuell versuchen reifere Unternehmen diese Gegensätzlichkeit durch unterschiedliche Herangehensweisen aufzulösen, in dem zum Beispiel innerhalb des Unternehmens Innovationsabteilungen oder sogar Start-up ähnliche Strukturen beziehungsweise Zellen gebildet werden (“strukturelle Ambidextrie”).

Start-ups hingegen sind gefordert, ihre Fähigkeit des Experimentierens aus der Anfangszeit zu erhalten und im Zuge der Weiterentwicklung des Unternehmens und der damit einhergehenden zunehmenden Fokussierung auf Kosten, Standardisierung und Effizienzsteigerungen auch weiterhin Raum für Innovationen zu lassen. Bei der “kontextuellen Ambidextrie” wird bei Beibehaltung des existierenden Organisationsdesigns je nach Situation und Aufgabenstellung versucht, entweder die eine oder die andere Vorgehensweise anzuwenden.

Egal welcher Ansatz gewählt wird: Führungskräfte sind heute mehr denn je gefragt, sich nicht nur gekonnt in diesem konfliktären Spannungsfeld zu bewegen, sondern strategiegeleitet, ihre Organisation so zu gestalten, dass die beiden unterschiedlichen Organisationsansätze Exploitation und Exploration gleichberechtigt nebeneinander existieren können und optimal ausbalanciert werden. Entscheidend dafür ist, dass die Unternehmensstrategie, die Organisation beziehungsweise das Operating Model sowie die dazugehörende Kultur und die damit einhergehenden Führungskompetenzen und -modelle aufeinander abgestimmt sind.

Folgende Herausforderungen gilt es dabei unter anderem zu berücksichtigen:

  • Es muss ein Bewusstsein und Verständnis im Unternehmen geschaffen werden, dass Ambidextrie als organisationale Fähigkeit die Wettbewerbsfähigkeit sichert und Anpassungsfähigkeit steigert.
  • Ambidextrie als organisationale Fähigkeit entwickelt sich nur erfolgreich, wenn sie bewusst mit der erfolgreichen Umsetzung beziehungsweise als Teil der Unternehmensstrategie verknüpft wird.
  • Das aktuelle Organisationsdesign wird sich weiterentwickeln und angepasst werden.
  • Ambidextrie bedeutet kulturelle Transformation und stellt zusätzliche Anforderungen an Führungskräfte und ihr Führungsverhalten.
  • Kommunikation, Interaktion sowie Entscheidungsfindungsprozesse, aber auch Anreizsysteme müssen überprüft und revidiert werden.

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Ein Mann präsentiert eine Mappe mit dem Norecu-Logo
Foto: © Norecu Executive Search GmbH

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Andreas Müller ist Associate Partner der Norecu Executive Search GmbH und verantwortet den Portfoliobereich HR Consulting & Organisational Performance.
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