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Akademiker verdienen 1,25 Millionen Euro mehr als Hilfskräfte

Akademisch gebildeter Manager oder Helfertätigkeit - die Gehaltsschere ist groß. Manche Fachkräfte mit Berufsausbildung verdienen jedoch mehr als ihre studierten Kollegen.
Bild: © Gina Sanders/Fotolia.de
Akademisch gebildeter Manager oder Helfertätigkeit – die Gehaltsschere ist groß. Manche Fachkräfte mit Berufsausbildung verdienen jedoch mehr als ihre studierten Kollegen.
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Das zeigt eine Studie, die das Lebenseinkommen der Deutschen je nach Ausbildungsgrad und Beschäftigung untersucht hat.

Vollzeitbeschäftigte in Akademikerjobs kommen hierzulande während ihres gesamten Erwerbslebens auf fast 2,4 Millionen Euro Bruttoverdienst. Berufstätige mit Arbeitsstellen, die einen Meister-, Techniker- oder anderen Fortbildungsabschluss erfordern, verdienen rund zwei Millionen Euro. Fachkräfte, die in der Regel eine Berufsausbildung absolviert haben, haben eine durchschnittliche Lebensvergütung von 1,5 Millionen Euro und Menschen in Helferjobs beziehen gut 1,1, Millionen Euro. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Akademikergehälter in der Medizin top, in der Gastronomie ein Flop

Je nach Berufsgruppe unterscheiden sich die Einkommen jedoch deutlich. Bei Akademikerstellen in medizinischen Gesundheitsberufen liegt der Bruttoverdienst im Lebensverlauf bei mehr als 2,8 Millionen Euro und damit deutlich über dem Schnitt der Akademiker insgesamt. Dagegen kommen Akademiker in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen nur auf 1,5 Millionen Euro. Fachkräftestellen in Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologieberufen dagegen werden mit fast 2,2 Millionen deutlich höher bezahlt. Auch Fachkrafttätigkeiten im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung sind mit einem durchschnittlichen Lebenseinkommen von mehr als zwei Millionen Euro verbunden.

Formal Unterqualifizierte verdienen zumeist nicht schlechter

Die Studie zeigt außerdem, dass im Jahr 2012 durchschnittlich 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland überqualifiziert waren. In der Regel verdienen formal Überqualifizierte nicht mehr als jene, die qualifikationsadäquat beschäftigt sind. Umgekehrt jedoch ist die Vergütung von formal Unterqualifizierten im Allgemeinen nicht oder nicht wesentlich geringer als die eines Arbeitnehmers, der seiner Qualifikation gemäß eingesetzt ist. Eine unterqualifizierte Beschäftigung, für die eigentlich eine höhere Qualifikation als die erworbene erforderlich ist, kommt nicht selten vor. So war es zum Beispiel bis in die 70er-Jahre kaum möglich, Informatik zu studieren, daher gibt es in diesen Berufen viele Mitarbeiter, die keinen Hochschulabschluss haben, aber ähnliche Aufgaben wie studierte Informatiker erledigen.

Weitere Informationen zum Thema gibt im > IAB-Kurzbericht.