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Annäherung der Gehälter durch Fachkräftemangel

Laut einer neuen Studie liegt die Gehaltslücke von männlichen und weiblichen Fachkräften bei 29 Prozent.
Bild: © yossarian6/Fotolia.de
Laut einer neuen Studie liegt die Gehaltslücke von männlichen und weiblichen Fachkräften bei 29 Prozent.
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Am 19. März ist Equal Pay Day – eher eine Mahnung, denn von Gleichheit der Gehälter kann noch längst nicht die Rede sein: Frauen verdienen in Deutschland immer noch deutlich weniger als Männer; das gilt auch für Fachkräfte. Nur in dringend gesuchten Berufen ist der Gender Pay Gap etwas kleiner.

Die Gehaltslücke zwischen männlichen und weiblichen Fach- und Führungskräften liegt im Schnitt bei 29 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Online-Jobbörse Stepstone. Der ermittelte Gender Pay Gap liegt damit um sieben Prozent höher als der vom Statistischen Bundesamt berechnete Gehaltsunterschied aller Erwerbstätigen in Deutschland.

Bei IT-Fachkräften ist die Gehaltslücke kleiner

In vielen Berufen, in denen Fachkräfte besonders stark nachgefragt sind, geht die Gehaltsschere allerdings deutlich weniger auseinander als in anderen Berufen. So beträgt der Gender Pay Gap bei IT-Fachkräften nur noch sieben Prozent. Männliche IT Fachkräfte bringen es auf einen Jahresverdienst von 57.030 Euro, weibliche Fachkräfte auf 53.090 Euro. Auch bei Ingenieuren und in technischen Berufen fällt die Gehaltslücke mit 13 Prozent vergleichsweise niedrig aus: Männer verdienen 58.440 Euro pro Jahr, Frauen 51.840 Euro.

Wo die Nachfrage nach hoch qualifizierten Fachkräften steigt, entwickeln sich auch die Gehälter positiv. Von dieser Tendenz, die wir im gesamten Fachkräftemarkt beobachten, scheinen auch weibliche Fachkräfte zu profitieren,

kommentiert Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von Stepstone, die Daten. In den Bereichen, in denen Unternehmen händeringend Spezialisten suchen, befänden sich qualifizierte Frauen in einer guten Ausgangslage für die Jobsuche oder die nächste Gehaltsverhandlung.

Weibliche Fachkräfte im Vertrieb bekommen ein Viertel weniger Geld

Wesentlich größer ist die Gehaltskluft in Bereichen, in denen das Angebot auf dem Fachkräftemarkt die Nachfrage eher übersteigt. Im Vertrieb liegt die Gehaltsdifferenz bei 25 Prozent, im Marketing bei 24 Prozent. Während männliche Fachkräfte im Vertrieb jährlich im Durchschnitt 57.110 Euro nach Hause bringen, liegt das Jahresgehalt ihrer Kolleginnen nur bei 45.700 Euro. Bei Marketing-Experten kommen Männer auf ein durchschnittliches Jahressalär von 55.940 Euro und Frauen lediglich auf 45.250 Euro.

Vor allem Frauen wollen mehr Gehaltstransparenz

Die Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass Frauen ähnlich häufig wie Männer aktiv nach einer Gehaltserhöhung fragen. Trotzdem bekommen weibliche Fachkräfte seltener eine Gehaltserhöhung. Auch ist die Höhe des Gehalts oft ein Tabu: Nur drei von zehn Fachkräften in Deutschland kennen die Gehälter ihrer Kollegen in ähnlichen Positionen. Während 50 Prozent der Frauen der Meinung sind, die Gehälter von Fachkräften in ähnlichen Positionen sollten transparent sein, sagen dies nur 37 Prozent der Männer. Auch denken 80 Prozent der Frauen, dass Gehaltstransparenz zur gerechteren Bezahlung von Männern und Frauen beiträgt; bei den Männern sind es mit 67 Prozent wieder etwas weniger.

Für die aktuelle Studie hat > Stepstone mehr als 15.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland, davon je die Hälfte Frauen und Männer, zu ihrem Karriereverlauf befragt.

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