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Chefärzte sind die Gehaltsgewinner

Chefärzte in deutschen Kliniken verdienen am meisten. Auch Boni kommen häufiger zum Einsatz.
Foto: © pix4U/Fotolia.de
Chefärzte in deutschen Kliniken verdienen am meisten. Auch Boni kommen häufiger zum Einsatz.
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Chefärzte in deutschen Kliniken verdienen deutlich mehr als Geschäftsführer: Ein Chefarzt erhält Jahresgesamtbezüge in Höhe von durchschnittlich 279.000 Euro, während ein Geschäftsführer auf 185.000 Euro kommt.

Drei Viertel der Geschäftsführer bekommen variable Vergütung

Die variable Vergütung hat in Krankenhäusern längst nicht so eine große Bedeutung wie in anderen Branchen. Trotzdem hängt ein Teil des Gehalts der Führungskräfte in Kliniken mittlerweile auch häufig von Leistung und Erfolg ab: Fast drei Viertel (73 Prozent) der Geschäftsführer werden zum Teil nach ihrer Leistung bezahlt. Bei den nichtärztlichen Führungskräften und Spezialisten sind es rund 30 Prozent.

Die am meisten verbreitete Form der variablen Vergütung bei Chefärzten ist mit 56 Prozent das Liquidationsrecht. Bei den Oberärzten sind 51 Prozent der Berechtigten an den Liquidationseinkünften der Chefärzte beteiligt. Zusätzliche Boni haben jeweils 18 Prozent der Chef- und Oberärzte vereinbart.

Je höher die Position, umso höher der Bonus

Die Höhe der variablen Vergütung ist maßgeblich von der Position des Empfängers abhängig: Geschäftsführer in Krankenhäusern erhalten im Schnitt 30.000 Euro im Jahr, nichtärztliche Führungskräfte beziehen durchschnittlich 9.000 Euro variable Vergütung und Spezialisten erhalten einen durchschnittlichen Bonus von 3.000 Euro.
Nicht nur im kaufmännischen Bereich, sondern auch bei den Ärzten gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Höhe der variablen Vergütung: Chefärzte in Krankenhäusern erhalten im Durchschnitt 131.000 Euro, während Oberärzte 13.000 Euro jährlich auf variabler Basis verdienen.

Das sind Ergebnisse des aktuellen Vergütungsreports “Ärzte, Führungskräfte und Spezialisten in Krankenhäusern 2015” von > Kienbaum. In die Studie flossen Daten von rund 1.300 Mitarbeitern aus 60 Krankenhäusern ein.

Frauen an der Spitze unterrepräsentiert und schlechter bezahlt

Aus der Analyse geht auch hervor, dass Frauen in Führungspositionen in Krankenhäusern mit 38 Prozent besser vertreten sind als in der Privatwirtschaft. Dennoch sind Frauen auch in Kliniken auf den oberen Führungsebenen immer noch in der Minderheit: In der Geschäftsführung sind sie lediglich zu 17 Prozent und bei Chefärzten nur zu elf Prozent vertreten. Auch beim Gehalt haben Frauen immer noch das Nachsehen gegenüber ihren männlichen Kollegen. Die Vergütung von Ärztinnen liegt um zwölf Prozent unter der ihrer männlichen Kollegen. Bei nicht-ärztlichen Führungskräften erhalten Frauen sogar 15 Prozent weniger Gehalt als Männer.