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Chefärzte verdienen am meisten

Chefärzte sind in Kliniken die Gewinner auf der Gehaltsliste und kommen auch am häufigsten in den Genuss von Boni.
Foto: © pix4U/Fotolia.de
Chefärzte sind in Kliniken die Gewinner auf der Gehaltsliste und kommen auch am häufigsten in den Genuss von Boni.
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Die Gehälter in den Krankenhäusern hierzulande sind im letzten Jahr um rund drei Prozent gestiegen, sowohl bei den Medizinern als auch bei Mitarbeitern in der Verwaltung. Allerdings unterscheiden sich die Gehälter von ärztlichem und nichtärztlichem Personal nach wie vor erheblich. Am meisten verdienen die Chefärzte: Sie erhalten derzeit im Schnitt 285 000 Euro jährlich – fast 50 Prozent mehr als Topmanager eines Krankenhauses, die auf durchschnittlich 194 000 Euro kommen. Auch auf der nachfolgenden Führungsebene verdienen Ärzte mehr als Führungskräfte in der Klinikverwaltung: Krankenhäuser zahlen Oberärzten im Mittel 130 000 Euro im Jahr, während Finanz-, Personal- oder IT-Chefs, die zwischen 84 000 und 93 000 Euro im Jahr bekommen.

Die Höhe des Gehalts hängt auch von der Größe des Krankenhauses ab: In größeren Häusern verdient ein Geschäftsführer zum Beispiel deutlich mehr als 200 000 Euro im Jahr, während Kollegen in kleineren Kliniken mit durchschnittlich 133 000 Euro gut ein Drittel weniger erhalten. Das sind Ergebnisse des aktuellen Vergütungsreports “Ärzte, Führungskräfte und Spezialisten in Krankenhäusern 2016” von > Kienbaum. Dafür wurden 2810 Positionen in insgesamt 125 Krankenhäusern analysiert.

Frauen in Spitzenpositionen unterrepräsentiert

Die Untersuchung belegt außerdem, dass Frauen in den Krankenhäusern hierzulande immer noch selten in Top-Positionen vertreten sind. So sind nur 16 Prozent der Geschäftsführer und elf Prozent der Chefärzte weiblich, während der Frauenanteil bei Fach- und Weiterbildungsärzten mehr als die Hälfte ausmacht.

Verdienst hängt stark vom medizinischen Fachgebiet ab

Bei den medizinischen Positionen wirkt sich neben der Hierarchiestufe vor allem das medizinische Fachgebiet auf die Gehaltshöhe aus. So gehört bei den Chefärzten die Innere Medizin mit einem Jahresgesamtgehalt von durchschnittlich 352 000 Euro zu den am besten dotierten Fächern. Zum Vergleich: Ein Chefarzt in der Pädiatrie bekommt rund 200 000 Euro. Bei den Oberärzten zeigt sich zwar keine so breite Streuung der Gehälter, dennoch gibt es auch hier deutliche Unterschiede. Ein Chirurg verdient zum Beispiel durchschnittlich 142 000 Euro, ein Oberarzt in der Geriatrie lediglich 102 000 Euro.

Chefärzte öfter variabel vergütet als Geschäftsführer

Aus der Studie geht desweiteren hervor, dass immer mehr Krankenhäuser vor allem im Topmanagement eine Vergütungspolitik praktizieren, bei der das jährliche Gehalt an Leistung und Erfolg gekoppelt ist. Im vergangenen Jahr erhielten drei Viertel aller Geschäftsführer in Kliniken eine variable Vergütung und damit mehr als im Jahr zuvor. In der Privatwirtschaft beziehen 94 Prozent aller Geschäftsführer einen Teil ihres Jahreseinkommens als erfolgsabhängige Vergütung. Kienbaum geht davon aus, dass die Bedeutung variabler Vergütungskomponenten auch in Krankenhäusern weiter zunehmen wird, sowohl hinsichtlich der Verbreitung  als auch des Anteils an der Gesamtvergütung. Von den Chefärzten kommen fast alle in den Genuss einer variablen Vergütung. Nach wie vor sehr verbreitet sind das Liquidationsrecht und die Beteiligungsvergütung, häufig auch in Kombination mit einer Bonusvereinbarung. Auch die große Mehrheit der Oberärzte (84 Prozent) erhält variable Vergütungsbestandteile.