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Chefsessel in der DACH-Region sind keine Schleudersitze

Im vergangenen Jahr musste etwa jeder zehnte Vorstandsvorsitzende im deutschsprachigen Raum für einen Nachfolger Platz machen. Die CEO-Wechselquote bei den 300 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrug 10,3 Prozent. Das ist der niedrigste Wert im internationalen Vergleich. Weltweit räumte in 2014 jeder siebte CEO seinen Stuhl (14,3 Prozent).

Vergleichsweise wenige Führungswechsel verzeichneten auch Japan (11,6 Prozent) und Nordamerika (13,2 Prozent). In Westeuropa lag die Quote trotz des niedrigen Werts für die DACH-Region insgesamt bei 14,3 Prozent. Mehr Wechsel gab es in den BRIC-Staaten: In China mussten 15 Prozent der CEOs ihren Chefsessel räumen, in Brasilien, Russland und Indien sogar 15,9 Prozent.

Telekommunikation ist heißes Pflaster für CEOs

Für die Studie der Beratung Strategy& (ehemals Booz & Company) wurden die 2.500 größten Börsenunternehmen der Welt untersucht. Dabei zeigte sich auch, in welcher Branche die meisten Chefwechsel stattfinden: Mit einer Wechselquote von 24 Prozent weltweit und 43 Prozent im deutschsprachigen Raum gilt die Telekommunikationsindustrie als heißestes Pflaster für CEOs.

Die Studie untersuchte außerdem den Frauenanteil bei den Vorstandsvorsitzenden. Im vergangenen Jahr waren weltweit gerade einmal fünf Prozent der CEOs weiblich. Immerhin: Der Frauenanteil ist um zwei Prozentpunkte gestiegen. “Diese Zahl ist nach wie vor ernüchternd, aber wir gehen weiterhin davon aus, dass sich dies in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird und erwarten für das Jahr 2040 ein Drittel neu ernannter weiblicher CEOs”, sagt Dr. Klaus-Peter Gushurst, Senior Partner und Sprecher der Geschäftsführung von Strategy& im deutschsprachigen Raum.

Immense Umwälzungen im deutschsprachigen Raum erwartet

Bei aller Stabilität im deutschsprachigen Raum: Die Studienmacher rechnen damit, dass es mittelfristig zu immensen strukturellen und personellen Umwälzungen kommt. Kürzere Innovationszyklen und digitale Geschäftsmodelle machten einen neuen Typ von Vorstandsvorsitzendem erforderlich: den digitalen CEO. Die Bedeutung von industriespezifischer Erfahrung sinke, dafür würden Technologie- und Digitalkenntnisse sowie Umsetzungserfahrung eine immer größere Rolle spielen, so Gushurst.

Weitere Informationen zur Studie “2014 Study of CEOs, Governance, and Success” stehen hier zur Verfügung:
www.strategyand.pwc.com/de