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Deutsche fühlen sich unfair bezahlt

Knapp zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer sind nicht zufrieden mit ihrem Gehalt und fühlen sich ungerecht entlohnt.
Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia.de
Knapp zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer sind nicht zufrieden mit ihrem Gehalt und fühlen sich ungerecht entlohnt.
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Deutsche Arbeitnehmer beurteilen ihr Gehalt heute skeptischer als noch vor ein paar Jahren. Auch glauben die meisten Mitarbeiter nicht mehr, dass sie leistungsgerecht bezahlt werden, wie aktuelle Befragungsergebnisse zeigen.

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland kritisieren ihre Vergütung. Nur 35 Prozent finden, dass sie im Vergleich zu Mitarbeitern mit ähnlichen Aufgaben in anderen Unternehmen fair bezahlt werden. 2012 waren es noch 40 Prozent. Der internationale Vergleich zeigt, dass deutsche Arbeitnehmer bei der Bewertung ihres Gehalts kritischer sind als Berufstätige in anderen Ländern. Weltweit nehmen 41 Prozent die eigene Vergütung im Vergleich zu anderen Beschäftigten als fair wahr. In Österreich sind es 44 Prozent, in der Schweiz sogar mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Beschäftigten. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der > Korn Ferry Hay Group. Für die Untersuchung wurden die Antworten von mehr als fünf Millionen Mitarbeitern weltweit aus 400 Unternehmen aller Branchen analysiert, 250.000 der Befragten kamen aus Deutschland.

Unsere Analyse zeigt einen negativen Trend über die vergangenen Jahre. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass sie im Vergleich zu anderen nicht fair entlohnt werden,

sagt Mandy Rehmann, Director Hay Group Insight D/A/CH. Vieles spreche dafür, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird, zumindest wenn die Unternehmen nicht eingreifen. Dabei spiele der Aspekt der Fairness traditionell eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft, so Rehmann, und für viele Mitarbeiter gehöre dazu vor allem eine faire Vergütung.

Großteil sieht keinen Zusammenhang zwischen Leistung und Bezahlung

Die meisten der befragten Arbeitnehmer kritisieren außerdem, die Vergütung in ihrem Unternehmen sei nicht leistungsgerecht. Weniger als ein Drittel (30 Prozent) der Beschäftigten in Deutschland hat das Gefühl, dass die Leistung in direktem Zusammenhang mit der Bezahlung steht. Im Vergleich mit den Nachbarländern Österreich und Schweiz sowie Frankreich und Großbritannien bildet Deutschland dabei das Schlusslicht. Weltweit glauben immerhin 44 Prozent der Mitarbeiter an den Grundsatz “Je besser die Leistung, desto besser die Bezahlung”.

Ein Grund für die wachsende Skepsis der deutschen Arbeitnehmer seien vor allem schlechte Leistungsbeurteilungs- und Zielvereinbarungssysteme, sagt Dr. Thomas Haussmann, Senior Vice President der Hay Group. Hinzu komme oft noch eine mangelnde Qualifikation der Führungskräfte, ihre Mitarbeiter zu führen und zu motivieren. Außerdem sei es wichtig, dass Unternehmen stets transparent über das eigene Vergütungssystem kommunizieren.

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