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Deutsche Vorstände auf Platz vier in Europa

In welche Richtung geht die CEO-Vergütung? In Europa bewegen sich die Gehälter nach oben, im DAX etwas nach unten.
Foto: © Tobias Kaltenbach/Fotolia.de
In welche Richtung geht die CEO-Vergütung? In Europa bewegen sich die Gehälter nach oben, im DAX etwas nach unten.
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Im letzten Jahr stieg die Vergütung der europäischen CEOs gegenüber 2014 durchschnittlich um rund sechs Prozent von 5,4 auf 5,8 Millionen Euro. In den DAX-Unternehmen war die Entwicklung gegenläufig: Die Managergehälter gingen von 5,1 auf 4,5 Millionen Euro zurück. Die Vergütung der Top-Manager im DAX liegt damit 21 Prozent unter dem europäischen Mittelwert.

Schweizer CEOs verdienen am besten

Am besten werden Top-Manager in der Schweiz bezahlt. Ihre Gesamtdirektvergütung stieg im Mittel um 14,7 Prozent. Mit 8,8 Millionen Euro liegen sie 52 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Danach folgen Spanien mit 7,2 Millionen Euro und Großbritannien mit 6,8 Millionen Euro. Deutschland befindet sich auf dem vierten Rang. Danach folgen Frankreich, die Benelux-Staaten, Italien und die nordeuropäischen Länder. Das geht aus der Studie “CEO pay landscape in the Eurotop 100” von > Willis Towers Watson hervor. Dafür wurden die im FTSE Eurotop 100 gelisteten Unternehmen analysiert, die ihren Vergütungsbericht bis zum 31. Juli 2016 veröffentlicht haben.

Bei den deutschen CEOs liegt Daimler-Chef Dieter Zetsche vorn

Die analysierte Gesamtdirektvergütung für ein Jahr setzt sich zusammen aus dem festen Grundgehalt, dem ausbezahlten Bonus, aufgeschobenen Bonuszahlungen (Deferral) sowie aus der langfristig gewährten variablen Vergütung. Die höchste Gesamtdirektvergütung der deutschen CEOs bezieht Dieter Zetsche von Daimler mit 9,7 Millionen Euro, damit liegt er auf Platz neun der hundert größten europäischen Firmen.

Rückläufige Boni im DAX und häufig aufgeschobene Auszahlung

Bei der Bemessung des Bonus stehen in Europa Gewinn- und Renditegrößen im Vordergrund. Häufig werden sie um nicht-finanzielle Leistungskennzahlen und die individuelle Leistung ergänzt. Während die Höhe der ausbezahlten Boni in den Unternehmen anderer europäischer Länderindizes entweder stabil geblieben oder angestiegen ist, ging sie in den DAX-Unternehmen zurück. 58 Prozent der europäischen und 53 Prozent der DAX-Firmen sehen für die kurzfristigen variablen Vergütungssysteme einen Aufschub der Auszahlung vor.

Langfristige variable Vergütung: Cash-Pläne hierzulande besonders beliebt

Bei der langfristig variablen Vergütung sind bei den DAX-Unternehmen Performance Share Units gemeinsam mit Cash-Plänen am stärksten verbreitet. In Deutschland geht der Trend laut Towers Watson weiterhin zur Kombination von zwei verschiedenen Long-Term-Incentive-Instrumenten. In keinem anderen europäischen Land würden zudem Long-Term-Cash-Pläne so häufig verwendet, allerdings gewännen aktienbasierte LTI-Pläne wieder an Beliebtheit.

Vergütungsbegrenzung und Offenlegung weiter in der Diskussion

Die regulatorischen Entwicklungen setzen nach wie vor die Rahmenbedingungen für die europäische Vorstandsvergütung. Insbesondere die Abstimmung über Vergütungsmodelle in Hauptversammlungen (Say-on-Pay), Vergütungsbegrenzungen oder der Fokus auf die Entwicklung des langfristigen Unternehmenswerts werden in der europäischen Politik weiterhin viel diskutiert. Auch der anhaltende Druck auf die Offenlegungspraxis sowie der steigende Einfluss von Aktionären und sogenannten Proxy Advisors, die institutionelle Investoren durch eine Abstimmungsempfehlung unterstützen, beeinflussen die Gestaltung der Vergütungsmodelle. Auch die Brexit-Entscheidung wirkt sich aus. So hat die neue britische Premierministerin Theresa May bereits vorgeschlagen, übermäßige hohe Vorstandvergütungen einzudämmen, die Transparenz bei der Vergütung weiter zu verbessern sowie ein Vergütungsverhältnis zwischen CEO und durchschnittlichem Arbeitnehmer einzuführen.