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Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage

Viele Mitarbeiter würden gerne den Hund mit ins Büro nehmen dürfen; Bild: Monika Wisniewska/Fotolia.de
Viele Mitarbeiter würden gerne den Hund mit ins Büro nehmen dürfen; Bild: Monika Wisniewska/Fotolia.de

, wie ein Vergleich der Wünsche von Jobsuchenden mit dem Angebot von Arbeitgebern zeigt.

An erster Stelle der gewünschten Extras stehen für Jobsuchende flexible Arbeitszeiten. Jeder Zweite (51 Prozent) gibt dies an. In diesem Punkt stimmen Erwartungen und tatsächliches Angebot annähernd überein: 45,3 Prozent der Unternehmen bieten flexible Arbeitszeiten an. Auf dem zweiten Platz befindet sich das Homeoffice: 33,6 Prozent der Arbeitnehmer wünschen es sich und immerhin 30 Prozent der Firmen bieten diese Möglichkeit an. Danach unterscheiden sich Bedürfnis und Angebot zum Teil erheblich, wobei die Firmen meist Zusatzleistungen offerieren, auf die Arbeitnehmer weniger Wert legen. Das geht aus einer Analyse der Arbeitgeber-Bewertungsplattform > Kununu hervor, die auf 55.360 Suchanfragen basiert.

Für Arbeitnehmer werden zunehmend immaterielle Faktoren wichtiger, wenn sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden,

sagt Dr. Ekkehard Veser, Geschäftsführer DACH von Kununu. Die Suchanfragen auf dem Portal zeigten, dass Bewerber immer gezielter nach Unternehmen suchen, die ein flexibles Arbeiten ermöglichen. Finanzielle und materielle Anreize wie Diensthandy oder Essenszulagen seien weniger nachgefragt als früher.

Lieber der Hund im Büro als betriebliche Altersvorsorge

An dritter Stelle der Arbeitnehmerwünsche steht mit 26 Prozent… die Möglichkeit, den Hund mit ins Büro zu nehmen. Das ist übrigens kein deutsches Phänomen, sondern auch in Österreich und der Schweiz liegt dieses Bedürfnis auf Platz drei. Doch da kommen die Firmen nicht ganz mit: Hierzulande dulden lediglich 14,8 Prozent Hunde in der Firma. Auf dem nächsten Rang der Wünsche von Jobsuchenden steht die betriebliche Altersvorsorge mit 11,7 Prozent, die 32,8 Prozent der Arbeitgeber im Angebot haben. Es folgt die Kantine (10,8 Prozent), über die 20,4 Prozent der Firmen verfügen.

Häufigste Angebote: Firmenparkplatz und Internetnutzung

Stattdessen bieten die Unternehmen Benefits an, die für Jobsuchende weniger relevant sind. Das am häufigsten von deutschen Unternehmen angebotene Extra ist mit 46 Prozent ein Firmenparkplatz – dieser ist aber nur für knapp neun Prozent der Arbeitnehmer wichtig. Und auch auf den Folgeplätzen zeigt sich eine oft eine große Diskrepanz zwischen dem Wunsch der Mitarbeiter und den Firmenangeboten. So punkten 42,3 Prozent der Unternehmen mit der Internetnutzung, auf die nur 7,5 Prozent der Jobsuchenden Wert legen. Eine gute Verkehrsanbindung haben 42 Prozent der Firmen; von Mitarbeiterseite nennen sie lediglich 9,4 Prozent als gewünschtes Extra, das aber doch den siebten Platz auf der Liste der Arbeitnehmerwünsche einnimmt. 32 Prozent der Unternehmen stellen ein Mitarbeiterhandy zu Verfügung, das mit 6,3 Prozent bei den Jobsuchenden weniger hoch im Rang steht.

Angesichts der Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage rät Ekkehard Veser den Unternehmen, sich systematisch mit den tatsächlichen, sich stetig verändernden Bedürfnissen der Mitarbeiter auseinanderzusetzen und ihr Angebot von Benefits explizit darauf abzustimmen. Im Idealfall sollten die Extras daher von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Dialog entwickelt werden.