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Einige Betriebe nahmen den Mindestlohn schon 2014 vorweg

2014 gab es in Deutschland 5,7 Mio. Neueinstellungen. Davon entfiel gut ein Viertel (28 Prozent) auf den Niedriglohnbereich mit bis zu zehn Euro Bruttostundenlohn. Von allen neu eingestellten Mitarbeitern erhielten 12,5 Prozent maximal 8,50 Euro pro Stunde.

Bei 4,5 Prozent der Neueinstellungen im vergangenen Jahr betrug der Stundenlohn jedoch exakt 8,50 Euro. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Arbeitsmarktforscher sehen darin ein Indiz dafür, dass einige Unternehmen den Mindestlohn schon vorweggenommen haben. Das lasse sich vor allem bei Neueinstellungen im Mindestlohn- und Niedriglohnbereich beobachten.

Niedriglöhne vor allem in einigen Dienstleistungsberufen

Allerdings zahlten die Unternehmen bei acht Prozent der Neueinstellungen im letzten Jahr auch weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Überdurchschnittlich häufig der Fall war das dies bei den “sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungsberufen”, unter die zum Beispiel Sicherheits- und Reinigungsberufe fallen. Bei Niedriglöhnen zeigen sich außerdem regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede:

Niedrige Löhne kommen in Ostdeutschland deutich häufiger vor als im Westen. Frauen sind stärker betroffen als Männer und Jüngere mehr als Menschen mittleren Alters,

so die Autoren der Studie. Auch würden Geringqualifizierte öfter im Niedriglohnbereich eingestellt als besser Qualifizierte. Die Studie zeigt zudem, dass bei kleinen Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten der Anteil der Neueinstellungen mit Stundenlöhnen unter 8,50 Euro im Jahr 2014 deutlich höher war als bei größeren Unternehmen.

Die IAB-Studie beruht auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 6.700 Betrieben in Deutschland, die Angaben zu den Löhnen bei Neueinstellungen machten. Berücksichtigt wurden nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, keine Minijobber und Auszubildende.

Die IAB-Studie steht > hier zum Abruf bereit.