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Was Gründer ihren Mitarbeitern zahlen

zwei nachdenkliche jüngere Männer, einer im Businesshemd mit Geldscheinen im Hintergrund, einer im sportlich-lässigen Hemd mit Kreativitätssymbol Glühbirne
Mehr Geld oder Raum für Kreativität und Innovation? Fachkräfte in Startups verdienen 16 500 Euro weniger als ihre Kollegen in anderen Unternehmen.
Foto: © pathdoc/Fotolia.de

Fachkräfte in jungen Startups verdienen im Schnitt 41 000 Euro brutto im Jahr. Mitarbeiter in der klassischen Industrie kommen dagegen auf durchschnittlich 57 500 Euro. Bei Führungskräften ist der Gehaltsunterschied noch größer: In der Gründerszene erhalten Führungskräfte 54 300 Euro jährlich, während ihre Kollegen in anderen Unternehmen auf 95 800 Euro kommen. Auch beziehen 63 Prozent der Führungskräfte in der klassischen Industrie Prämien in Höhe von fast 12 000 Euro im Jahr, während in Startups nur 19 Prozent der Beschäftigten mit Personalverantwortung eine Prämie bekommen, die im Mittel bei rund 10 800 Euro liegt. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Gehalt.de in Kooperation mit Gründerszene Karriere hervor. Für die Startup-Studie 2018 wurden von Ende Februar bis Ende März 1600 Mitarbeiter aus Startups zu ihrer Vergütung befragt. Diese Ergebnisse wurden mit 21 414 Gehaltsangaben aus der klassischen Industrie verglichen.

Fast jeder zweite Mitarbeiter ist Wirtschaftswissenschaftler

Knapp die Hälfte der Befragten aus Startups kommt aus den Bereichen E-Commerce, Medien und Presse, Werbung und PR sowie aus IT-Systemhäusern, Softwareunternehmen und Unternehmensberatungen. Fast 60 Prozent der Mitarbeiter haben einen akademischen Abschluss. 46 Prozent von ihnen sind Wirtschaftswissenschaftler. 16 Prozent kommen aus der Wirtschaftsinformatik sowie zehn Prozent aus der Fachrichtung Grafik und Design. Das Internet und der digitale Raum seien ein idealer Nährboden für innovationsgetriebene Startup-Unternehmen, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Geschäftsführer verdienen soviel wie Fachkräfte in der Old Economy

In den zumeist kleinen Neugründungen zählt der Geschäftsführer zu den am häufigsten genannten Berufen der Studie. Dieser verdient mit circa 57 400 Euro sogar noch 100 Euro weniger als eine Fachkraft in etablierten Unternehmen. Häufig in Startups vertreten sind außerdem Projektleiter, die im Schnitt 48 500 Euro verdienen, sowie IT Administratoren (46 400 Euro) und Online Marketing Manager (44 000 Euro). Dass das Personalbudget in Startups niedriger ist als bei klassischen Arbeitgebern, erklärt sich damit, dass Firmen in Neugründungen zumeist über weniger Kapital verfügten und sich stark darauf fokussierten, ihr Geschäftsmodell zu realisieren und erfolgreich zu betreiben, so Bierbach.

Nur geringfügig weniger Überstunden in Neugründungen 

Ein Vergleich bezüglich der Wochenstunden ergab, dass sowohl in Startups als auch in anderen Unternehmen die vertragliche Arbeitszeit 39 Stunden beträgt. Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit liegt in Neugründungen jedoch bei 42 Stunden gegenüber 40 Stunden in klassischen Industrieunternehmen – eine eher geringfügige Differenz, mit der die Studienautoren nicht gerechnet haben. An Urlaubstagen stehen Fach- und Führungskräften in Startups jeweils 27 Urlaubstagen im Jahr zu, das sind zwei Tage weniger als in der Old Economy.

Die vollständige Studie steht zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.